Epic eröffnet eine Front gegen Google, verklagt den Play Store-Betreiber

2020 hat Epic einen Großangriff auf Apple gestartet, dabei ging es um die so genannte "Apple-Steuer", bei der in der Regel 30 Prozent beim App Store-Betreiber bleiben. Auch bei Google ist das nicht viel anders, bisher war der Konzern aber mehr Beobachter als Betroffener. Bis jetzt.
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Der Fall Epic gegen Apple ist mittlerweile auf den Terminkalendern vieler Gerichte notiert, doch Google spielte in dieser Angelegenheit bislang nur eine Nebenrolle. Doch Epic Games hat nun offiziell auch eine Front gegen den Konzern aus dem kalifornischen Mountain View eröffnet. Denn in Australien wurde eine Klage gegen Google eingereicht, in dieser wird Google vorgeworfen, "dass das wettbewerbswidrige Verhalten von Google gegen das australische Verbrauchergesetz verstößt".

Damit zieht Epic im Wesentlichen nach, denn eine ähnliche Klage gegen Apple wurde bereits im vergangenen November eingereicht. Google ist bisher vor allem aus einem Grund davongekommen, nämlich dem Umstand, dass es auf Android im Gegensatz zu iOS grundsätzlich möglich ist, Apps auch extern, also nicht per Play Store, zu installieren. Infografik: Epic Games Store im Jahr 2020Der Epic Games Store in Zahlen

Google-Offenheit ist laut Epic nur vorgetäuscht

Doch nun ist auch Google an der Reihe. Epic schreibt in einer Mitteilung: "Für Apps, die über den Google Play Store bezogen werden, sind Entwickler gezwungen, Googles In-App-Zahlungsdienste zu nutzen, die eine 30-prozentige Provision verlangen. Google macht es außerdem ungeheuer schwierig, Apps direkt auf Android-Geräte herunterzuladen, so dass die große Mehrheit der Nutzer gezwungen ist, Apps über den Google Play Store zu beziehen."

In der Mitteilung wird auch der Epic-Chef zitiert, dieser beklagt bereits seit Jahren das "Duopol" von Google und Apple. Tim Sweeney: "Google erweckt die Illusion, offen zu sein, indem es mit dem Vorhandensein alternativer App-Stores auf seiner Plattform argumentiert oder das direkte Herunterladen von Apps von Drittanbietern erlaubt. In Wirklichkeit sind diese Situationen aber so selten, dass sie kaum eine Delle in das Monopol von Android machen."

Sweeney weiter: "Die Barrieren, die Google auf Android setzt, sind real. Im Fall des direkten Herunterladens macht man den Prozess so schwierig und beängstigend, dass es Benutzer davon abhält, Apps von Drittanbieter-Websites herunterzuladen, obwohl es ein völlig normaler Weg für Benutzer ist, Apps auf einen Desktop zu bekommen. Es sind Aktionen wie diese, die zeigen, dass Google mehr daran interessiert ist, Offenheit vorzutäuschen, als den Verbrauchern eine Auswahl zu bieten. Wir glauben, dass Verbraucher das Recht haben, Apps von Quellen ihrer Wahl zu installieren, und dass Entwickler das Recht haben, in einem fairen Markt zu konkurrieren."
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