Intel unter Druck: Investor fordert Entflechtung des Chip-Giganten

Der Chipgigant Intel gerät jetzt auch durch seine eigenen Investoren un­ter Druck. Ein bekannter Aktionär fordert jetzt in einem Brief die Aufspal­tung des Konzerns, damit sich Intel in Zukunft besser gegen die immer stärker werdende Konkurrenz behaupten kann.
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Der Hedge-Fond Third Point, der von dem für seine oft Aufsehen erregenden Aktionen bekannten Investor Daniel Loeb geleitet wird, will Intel dazu bringen, "alternative Strategien" auszuloten. Dies forderte Loeb, der auch als "Activist Investor" bezeichnet wird, in einem Brief an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats von Intel, Omar Ishrak.

Die Börse reagierte prompt auf entsprechende Berichte und ließ den Aktienkurs von Intel an der New Yorker-Börse um fast fünf Prozent steigen. Einer der Profiteure von dem Anstieg des Aktienkurses dürfte auch Loebs Hedge-Fund sein, der nach Angaben von Beobachtern Intel-Anteile im Wert von fast einer Milliarde Dollar besitzt.

Geht es nach Loeb, soll Intel in Erwägung ziehen, seine Sparte für die Chipfertigung abzustoßen und so von der Abteilung für die Entwicklung und den Vertrieb von Chips zu trennen. Dadurch soll das Unternehmen besser in der Lage sein, seine Strategie in der Chipfertigung an die Interessen der Kunden anzupassen.

Wird Intel durch Trennung von Chip-Design & Fertigung konkurrenzfähiger?

Hintergrund ist, dass Loeb davon ausgeht, dass Intels Wunsch, die eigenen Chips auch selbst zu fertigen, das Unternehmen an Fortschritten in Sachen Produktionstechnologien hindert. Während TSMC und Samsung nämlich bereits begonnen haben, Chips ihrer Kunden im 5-Nanometer-Maßstab zu produzieren, hat Intel es gerade erst geschafft, die 10-Nanometer-Produktion halbwegs in Fahrt zu bringen.

Intel soll außerdem neue Lösungen schaffen, um US-Firmen wie Apple, Microsoft, Amazon & Co als Kunden zurückzugewinnen, um deren Chips zu produzieren. Ansonsten müssten sich die USA darauf einstellen, dass man sich zu stark auf die in Südostasien angesiedelten Chipfertiger verlässt, deren Standorte in einer laut Loeb politisch instabilen Region liegen.

Außerdem fordert Loeb, dass Intel dringend seine "Probleme beim Umgang mit seinem Humankapital" in den Griff bekommen muss. Der Konzern hat nach Meinung des Investores zu viele äußerst erfahrene und höchst leistungsfähige Mitarbeiter aus dem Bereich des Chip-Designs an Konkurrenten verloren, weil diese mit dem "Status Quo" unzufrieden sind, heißt es. In einer kurzen Stellungnahme hieß es, dass Intel "die Vorschläge zur Steigerung des Aktionärswerts prüfen" wolle.
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