Auftragshersteller boomen - Aufspaltung Intels wäre lohnenswert

Der Ruf eines Intel-Großaktionärs, dem Vorbild des kleineren Kon­kur­ren­ten AMD zu folgen und den Konzern in Design- und Produktions-Bereiche aufzuspalten, kommt nicht aus dem luftleeren Raum - denn der Foundry-Sektor wächst enorm.
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Qualcomm
In diesem Jahr dürfte sich der Umsatz mit Aufträgen zur Chip-Produktion, die an die in dem Bereich tätigen Unternehmen vergeben wurden, auf 84,6 Milliarden Dollar summieren. Ge­gen­über dem Vorjahr entspräche dies immerhin einem Wachstum um 23,7 Prozent, wie aus ak­tu­el­len Daten von TrendForce hervorgeht. Damit steigt die Wachstumsrate sogar noch an und kommt auf den höchsten Wert der letzten zehn Jahre.

Ausgelöst wird die Entwicklung letztlich natürlich von einer hohen Nachfrage nach Elektronik-Produkten am Markt. Die Grundlage dafür, dass ausgerechnet die Auftragshersteller so durch die Decke gehen, liegt schlicht darin, dass die Fertigung von Halbleiter-Komponenten immer komplexer und teurer wird. Fertigungslinien für die Herstellung von Chips mit 7- und 5-Na­no­me­ter-Architekturen kosten so viel, dass es sich für einen einzelnen Hersteller kaum lohnt, Werke nur für die eigenen Produkte aufzubauen.

Foundry-Konzept funktioniert

Und das gilt selbst für einen weltweit do­mi­nie­ren­den CPU-Anbieter wie Intel. Es ist da­her nicht ungerechtfertigt, wenn die In­ves­to­ren sich über die tagesaktuellen Probleme hinaus da­rü­ber sorgen, wie sich der Konzern in Zu­kunft ent­wi­ckeln kann. Eine Aufspaltung in eine Kern­fir­ma, die die Entwicklung von Pro­duk­ten vo­ran­treibt, und eine Foundry-Ge­sell­schaft, in der die Produktions-Kapazitäten zu­sam­men­ge­fasst wer­den, kann hier eine er­folgs­ver­spre­chen­de Op­tion sein.

Das hat AMD im Grunde bereits in kleinerem Maßstab unter Beweis gestellt. Das Un­ter­neh­men hatte seinen Produktionsbereich vor etwas mehr als zehn Jahren in das ei­gen­stän­di­ge Unternehmen GlobalFoundries herausgetrennt und konzentriert sich seitdem nur noch auf die Entwicklung der Chip-Architekturen und die Vermarktung der fertigen Produkte. Dadurch kann der eigentliche Produktbereich unabhängig von den Problemen und Investitionskosten der Produktionsanlagen vorangetrieben werden, während die Fertigung nicht nur auf die Einnahmen angewiesen ist, die die eigenen Produkte bringen. Allerdings muss es auch nicht gleich ein kompletter Bruch sein - Samsung Electronics verfolgt beispielsweise ein Hybrid-Modell, bei dem die Fertigung im eigenen Konzern verbleibt, aber auch als Auftragshersteller fungiert.

Siehe auch: Intel unter Druck: Investor fordert Zerschlagung des Chip-Giganten
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