Kinderpornografie? Netflix wird in den USA für Film "Cuties" angeklagt

In den USA gibt seit längerem eine Kontroverse um einen französischen Film mit dem US-Titel "Cuties" (Original: "Mignonnes"). Diese Debatte ist bei uns weitgehend unbeachtet geblieben, Netflix drohen in den USA hingegen strafrechtliche Konsequenzen. Die Diskussion rund um Cuties tobt bereits seit Wochen, vor allem konservative Politiker und Gruppierungen laufen gegen den französischen Film Sturm. Die Vorwürfe sind schwer­wiegend: Es fallen Begriffe wie Kinderpornografie, Ausbeutung von Kindern und ähnliches, eine Petition gegen den Film wurde von mehr als einer halben Million Menschen unterzeichnet.

In Europa und vor allem dem Ursprungsland Frankreich schüttelt man hingegen den Kopf. Im Film geht es um die elfjährige Amy Diop, die mit Mutter und ihrem Bruder aus dem Senegal nach Paris zieht. In der Schule lernt sie eine Gruppe gleichaltriger Mädchen kennen, die sich Mignonnes/Cuties nennen, die sich frühreif verhalten, aber im Grunde noch Kinder sind. Die Mädchen tanzen auch und eifern erwachsenen Vorbildern nach. Vereinfacht erklärt: Im Film geht es um das Erwachsenwerden in einer sexualisierten Gesellschaft der Neuzeit.



Kinderpornografie?

Die Aufregung in den USA bzw. das grundlegende Missverständnis fasst die an sich konservative FAZ gut zusammen: "Sie alle haben etwas missverstanden. Cuties befördert nicht die Sexualisierung junger Mädchen, sondern kritisiert eben diese - genauso wie die Unterdrückung weiblicher Selbstbestimmung in traditionell geprägten Gesellschaften. Wer Augen hat zu sehen, wer sich diesen zutiefst einfühlsamen, aber auch verstörenden Film ganz ansieht, kommt an diesem Schluss nicht vorbei."

Mit Vernunft kommt man aber heutzutage leider nicht weit, schon gar nicht im teilweise ultrakonservativen Amerika. Und so muss man sich nicht wundern, dass Netflix in Texas strafrechtliche Konsequenzen drohen: Denn laut einem Bericht von Reuters propagiere der Film "anzügliche Bilder eines Kindes".

Im Mittelpunkt steht hier vor allem ein mittlerweile von Netflix zurückgezogenes PR-Poster, das die jungen Protagonistinnen des Filmes bei Tanzposen zeigt. In der Anklage heißt es, dass der Streifen, "die unzüchtige Zurschaustellung der Schamgegend eines bekleideten oder teilweise bekleideten Kindes, das jünger als 18 Jahre alt war zeigt und an das lüsterne Interesse an Sex appelliert". Streaming, Netflix, Tv, Fernsehen, Filme, Serien, Streamingportal, Netflix Deutschland Streaming, Netflix, Tv, Fernsehen, Filme, Serien, Streamingportal, Netflix Deutschland Mohamed Hassan/CC0
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