Außerirdisches Leben: Stärkste Hinweise gibt es plötzlich auf der Venus
Das Gas Monophosphan wird schon länger als Biomarker diskutiert, mit dem man nach Hinweisen auf Leben in weit entfernten Sonnensystemen suchen könnte. Gefunden hat man es nun aber ausgerechnet in unserer direkten Nachbarschaft: auf der Venus.
Die Astronomen haben sich viel Zeit gelassen und ihre Ergebnisse gegengeprüft, bevor sie nun mit einer ziemlichen Sensationsmeldung an die Öffentlichkeit gingen. Ihre Daten zeigen den bisher wohl stärksten Hinweis darauf, dass es auch außerhalb der Erde Leben geben könnte. Bereits im Juni des Jahres 2017 kam man dem Gas mit dem James-Clerk-Maxwell-Teleskop auf Hawaii auf die Spur.
Es folgten diverse weitere Arbeiten, da sich die Forscher angesichts der überraschenden Messungen schlicht unsicher waren und sich natürlich letztlich nicht blamieren wollten. Daher wurden unter anderem verschiedene Simulationen zu möglichen alternativen Entstehungsmöglichkeiten vorgenommen und die europäischen Kollegen überprüften die gemessenen Konzentrationen mit den ALMA-Teleskopen in der chilenischen Hochebene.
Monophosphan ist von der Erde durchaus bekannt und entsteht in erster Linie bei der Anwesenheit von Mikroorganismen, deren Stoffwechsel ohne Sauerstoff funktioniert. Grundsätzlich kämen auch andere Formen der Entstehung in Betracht - wie beispielsweise Blitzschläge oder Vulkanaktivität. Die Computersimulationen kamen hier allerdings zu dem Ergebnis, dass auf diese Arten nur Monophosphan-Konzentrationen erklärbar wären, die zehntausendmal geringer ausfallen.
Hier könnte es Mikroorganismen geben, die es schaffen, ihren Lebenszyklus schwebend zu vollziehen. Dass dies noch nicht früher aufgefallen ist, liegt schlicht an der Geschichte des Interesses an der Venus: Diese galt lange als heißer Kandidat für außerirdisches Leben. Als aber die ersten Sonden bei dem Planeten eintrafen und klar wurde, mit welchen Verhältnissen man es hier zu tun bekommt, richtete sich das Augenmerk fast ausschließlich auf den Mars und einige der Monde der großen Gasplaneten.
Mehr Klarheit könnte eine Mission zur Venus verschaffen. Russland plant bereits die Entsendung der Sonde Venera-D, die auch einen Ballon oder ein anderes Fluggerät zur Erforschung der Atmosphäre mitführen könnte. Es wird im besten Fall aber irgendwann zwischen 2026 und 2031 zum Start dieser Mission kommen - zumindest nach den derzeitigen Planungen. Gut möglich, dass die nun veröffentlichten Erkenntnisse dazu führen, dass der Zeitplan straffer ausgelegt wird.
Es folgten diverse weitere Arbeiten, da sich die Forscher angesichts der überraschenden Messungen schlicht unsicher waren und sich natürlich letztlich nicht blamieren wollten. Daher wurden unter anderem verschiedene Simulationen zu möglichen alternativen Entstehungsmöglichkeiten vorgenommen und die europäischen Kollegen überprüften die gemessenen Konzentrationen mit den ALMA-Teleskopen in der chilenischen Hochebene.
Monophosphan ist von der Erde durchaus bekannt und entsteht in erster Linie bei der Anwesenheit von Mikroorganismen, deren Stoffwechsel ohne Sauerstoff funktioniert. Grundsätzlich kämen auch andere Formen der Entstehung in Betracht - wie beispielsweise Blitzschläge oder Vulkanaktivität. Die Computersimulationen kamen hier allerdings zu dem Ergebnis, dass auf diese Arten nur Monophosphan-Konzentrationen erklärbar wären, die zehntausendmal geringer ausfallen.
Fliegende Mikroben
Auf der Oberfläche der Venus ist das Vorkommen von Leben ziemlich unwahrscheinlich. Hier herrscht ein Druck von 90 bar, was den Verhältnissen in fast tausend Meter Tiefe unter dem Meeresspiegel entspricht. Die Venus-Atmosphäre mit über 95 Prozent Kohlendioxid ist dabei außerdem ein gigantisches Treibhaus, wodurch Temperaturen von um die 400 Grad Celsius vorherrschen. Die Monophosphan-Vorkommen fand man allerdings in einer Höhe von rund 50 Kilometern, wo ähnliche Druckverhältnisse wie auf der Erde und 30 Grad Celsius zu messen sind. Einzig die relativ hohe Konzentration von Schwefelsäure in den Wolken stellen hier ein Problem dar.Hier könnte es Mikroorganismen geben, die es schaffen, ihren Lebenszyklus schwebend zu vollziehen. Dass dies noch nicht früher aufgefallen ist, liegt schlicht an der Geschichte des Interesses an der Venus: Diese galt lange als heißer Kandidat für außerirdisches Leben. Als aber die ersten Sonden bei dem Planeten eintrafen und klar wurde, mit welchen Verhältnissen man es hier zu tun bekommt, richtete sich das Augenmerk fast ausschließlich auf den Mars und einige der Monde der großen Gasplaneten.
Mehr Klarheit könnte eine Mission zur Venus verschaffen. Russland plant bereits die Entsendung der Sonde Venera-D, die auch einen Ballon oder ein anderes Fluggerät zur Erforschung der Atmosphäre mitführen könnte. Es wird im besten Fall aber irgendwann zwischen 2026 und 2031 zum Start dieser Mission kommen - zumindest nach den derzeitigen Planungen. Gut möglich, dass die nun veröffentlichten Erkenntnisse dazu führen, dass der Zeitplan straffer ausgelegt wird.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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