Vollbremsung statt Sensation: Kontroverse um Funde auf der Venus

Raumfahrt, Sonde, Venus Bildquelle: NASA
Vor Kurzem sorgten Wissenschafts-Meldungen für große Aufregung: In der Atmosphäre der Venus seien Hinweise auf mögliches Leben gefunden worden. Jetzt rudert man gleich in mehrfacher Hinsicht zurück. Das be­teiligte Teleskop meldet "Probleme", Studien erheben starke Zweifel.

Die Hinweise auf Leben auf der Venus verschwinden gerade in Widersprüchen

Es hatte für euphorische Schlagzeilen und aufgeregte Meldungen gesorgt, der NASA-Chef ließ sich sogar dazu hinreißen, einen neuen Fokus auf die Venus zu verkünden. Jetzt kommt es in der Sache zu einer dramatischen Vollbremsung. Wie heise berichtet, hat das an der Entdeckung beteiligte Riesenteleskop ALMA offenbar Widersprüche in den zugrundeliegen­den Daten entdeckt. Diese waren offenbar groß genug, um die entsprechenden Datensätze vorerst ganz vom Netz zu nehmen. Aktuell sei ein Team damit beschäftigt, eine "Überprü­fung und Neubewertung" vorzunehmen.

Darüber hinaus hatte es schon zuvor scharfe Kritik an den sensationellen Schlussfolgerungen der Wissenschaftler gegeben. In einer Studie eines Teams unter der Führung von Ignas Snellen von der Universität Leiden wird die Entdeckung des Biomarkers Phosphin in der Venus-Atmosphäre stark bezweifelt. Snellen schlussfolgert, dass ein "statistisch signifikanter Nachweis von Phosphin" auf Basis der Daten aus seiner Sicht nicht möglich ist. Nach der Vorlage beim Fachmagazin Astronomy & Astrophysics steht jetzt aber noch eine Überprüfung der Arbeit aus.

Auch die Kommunikation hinkt

Zu guter Letzt übt dann auch noch die Inter­nationale Astronomische Union Kritik an der Art, wie die Ergebnisse kommuniziert wurden. "Die Kommission ist sehr besorgt darüber, wie über den potenziellen Nachweis von Phosphin für das breite Publikum berichtet wurde", so die Union in einem Statement. Demnach sei es die Pflicht eines jeden Wissenschaftlers, "dass keine Interpretation überbewertet wird, die unwiderbringlich von der Presse aufgegriffen wird". Es sei wichtig zu verstehen, wie Medien funktionieren, bevor man mit dieser kommuniziert - ein scharfer Seitenhieb an die beteiligten Wissenschaftler.

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