ZF: Großer deutscher Auto-Zulieferer steigt aus Verbrenner-Technik aus
In der Automobilindustrie wagt der erste große Player den kompletten Bruch: Der Zulieferer ZF wird zukünftig keine Komponenten mehr bauen, die sich ausschließlich an Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor richten.
ZF ist eines der größten Unternehmen in der zweiten Reihe der Automobilindustrie. Weltweit wird der Konzern mit seinen 160.000 Beschäftigten als fünftgrößter Zulieferer eingestuft, in Deutschland ist man Nummer 3. Der Jahresumsatz wird auf 36,5 Milliarden Euro beziffert. In Deutschland liefern nur Bosch und Continental mehr Teile an die großen PKW-Produzenten.
Etwa 20.000 Mitarbeiter arbeiten bisher im Bereich PKW-Antriebstechnik, in der unter anderem Getriebe und Antriebsmodule gefertigt werden. Hier sollen zukünftig keine Bauteile mehr hergestellt werden, die sich ausschließlich an Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor richten. Außerdem will ZF den ganzen Konzernteil mit der Abteilung E-Mobility zusammenlegen und fortan Bauteile für Hybrid- und Elektrofahrzeuge herstellen.
Für die deutsche Automobilbranche ist dies eine ziemlich mutige Entscheidung. Denn die großen einheimischen Marken tun sich schon lange sehr schwer mit dem absehbaren Wechsel auf die Elektromobilität. Erst in der letzten Zeit versucht man sich hier etwas zu bewegen. Allerdings hielt man Jahre starr an den bisherigen Konzepten fest und warf auch die gesamte Lobbymacht in die Waagschale, um politische Vorgaben zu vermeiden. Das führte nun dazu, dass der ohnehin kommende Wandel von Konkurrenten aus dem Ausland gestaltet wird und die deutsche Schlüsselindustrie versucht, ihren Rückstand irgendwie zu minimieren.
Etwa 20.000 Mitarbeiter arbeiten bisher im Bereich PKW-Antriebstechnik, in der unter anderem Getriebe und Antriebsmodule gefertigt werden. Hier sollen zukünftig keine Bauteile mehr hergestellt werden, die sich ausschließlich an Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor richten. Außerdem will ZF den ganzen Konzernteil mit der Abteilung E-Mobility zusammenlegen und fortan Bauteile für Hybrid- und Elektrofahrzeuge herstellen.
Mutiger Schritt
Der Zusammenschluss soll ab dem 1. Januar 2021 formal vollzogen werden. Allerdings werden die Vorbereitungen schon jetzt beginnen und die Beschlüsse in Sachen Verbrenner dürften sich bald auf die Produktpalette auswirken. Geleitet wird die Abteilung dann von Stephan von Schuckmann, der bereits jetzt der Antriebstechnik vorsteht.Für die deutsche Automobilbranche ist dies eine ziemlich mutige Entscheidung. Denn die großen einheimischen Marken tun sich schon lange sehr schwer mit dem absehbaren Wechsel auf die Elektromobilität. Erst in der letzten Zeit versucht man sich hier etwas zu bewegen. Allerdings hielt man Jahre starr an den bisherigen Konzepten fest und warf auch die gesamte Lobbymacht in die Waagschale, um politische Vorgaben zu vermeiden. Das führte nun dazu, dass der ohnehin kommende Wandel von Konkurrenten aus dem Ausland gestaltet wird und die deutsche Schlüsselindustrie versucht, ihren Rückstand irgendwie zu minimieren.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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