Universal erreicht, dass Kino-Exklusivität nur noch 17 Tage dauert

Die Filmindustrie hat sich bereits vor dem Corona-Ausbruch verändert, den­noch kann man die Pandemie und die Lockdown-Maßnahmen als Ka­talysator für diese Entwicklung bezeichnen. Denn Kinos sind vielerorts weiter geschlossen, das Heimkino hingegen hat immer offen.
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FF16 / Pixabay
Die Filmindustrie steckt seit dem Ausbruch der Coronakrise in einer Art Zwickmühle: Denn einerseits sind Kinos ein essentieller Teil des Geschäfts, diese will man auch nicht im Stich lassen und hat auch entsprechende Verträge. Andererseits sitzen die Filmstudios auch auf vielen Filmen, die sie nicht veröffentlichen können, fest.

Erfolgreiche Strategieänderung

Einige Studios machten aus der Not eine Tugend und haben für das Kino vorgesehene Filme gleich direkt für Video-on-Demand (VoD)- oder Streaming-Dienste freigegeben. Beispiele sind der Universal-Animationsstreifen Trolls World Tour und das Disney-Musical Hamilton. Bei beiden wurde die Kino-Exklusivität aufgeweicht bzw. abgeblasen, die Filme wurden direkt für das Heimkino freigegeben - mit großem Erfolg.


Universal Pictures hat sich bereits Mitte März für eine VoD-freundliche Strategie entschieden. Diese will man beibehalten, selbst wenn das Coronavirus einmal besiegt ist und die Kinos wieder wie früher uneingeschränkt öffnen.

Ein Problem dabei ist aber: Selbst, wenn der Wille da ist, kann ein Hollywood-Studio einen Film nicht wie es das gerne hätte veröffentlichen - jedenfalls nicht, wenn man auch im Kino präsent sein möchte. Denn Verträge mit den Kinobetreibern haben eine Sperrfrist, diese wollen natürlich eine möglichst lange Exklusivität.

17 statt wie bisher 75 Tage Sperrfrist

Doch durch Corona hat sich die Verhandlungsposition der Kinoketten klar verschlechtert und deshalb konnte Universal für den US-Markt nun erreichen, dass man Filme künftig bereits 17 Tage nach dem Kinostart auch für zu Hause anbieten kann. Bisher dauerte diese Exklusivität 75 Tage und mehr. Hintergrund ist eine Einigung mit AMC Theatres, der größten US-Amerikanischen Kinokette (via Cnet).

Das ist ein klarer Sieg für Universal, denn bisher drohte AMC dem Filmstudio mit einem Bann, darunter sollten populäre Reihen wie Fast & Furious und Jurassic World fallen. Diese sollten aus den AMC-Kinos als Vergeltung weichen, weil Trolls World Tour parallel zum Kinostart für das Heimkino freigegeben wurde.

Siehe auch: Trolls 2 - Es gab noch nie eine erfolgreichere digitale Film-Premiere
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