Fakten zum Trotz: Jeder Vierte hält Corona-Maßnahmen für Panikmache
Die Fallzahlen steigen exponentiell, andere Länder bieten klare Aussichten, was Deutschland noch erwartet. Appellen aus Wissenschaft und Politik zum Trotz stemmen sich viele Deutsche gegen die Schlussfolgerungen. Jeder Vierte hält diese sogar für Panikmache.
Wie der Branchenverband Bitcom in einer repräsentativen Befragung ermittelt hat, vermeidet es aktuell nur jeder Zweite, ohne Anlass auf die Straße zu gehen. Lediglich vier von zehn (40 Prozent) geben an, dass sie sich aktuell seltener mit Freunden oder Verwandten treffen. Am gravierendsten ist aber wohl die Tatsache, dass jeder vierte Bundesbürger (25 Prozent) "mit Blick auf das Coronavirus sogar von einer Panik, die völlig übertrieben sei" spricht, so Bitkom - ein Wert, der bei der politisch und wissenschaftlich immer wieder geäußerten Hoffnung auf die Vernunft der Bürger natürlich schwer ins Gewicht fällt.
"Es ist weiterhin vielen völlig gleichgültig, dass sie mit ihrem eigenen spaßbetonten Verhalten Schwächere gefährden. Auch sind längst nicht alle Büroarbeitsplätze auf Homeoffice umgestellt. Dabei stehen wir im Kampf gegen die Corona-Pandemie vor einer noch nie dagewesenen Herausforderung", so Bitkom-Präsident Achim Berg. "Man kann nur hoffen, dass die Appelle der Kanzlerin von den Menschen gehört werden und auch bei den schwer Belehrbaren ein Bewusstseinswandel eintritt."
Dass sich die Politik durch wenig einsichtige Bürger dazu veranlasst sieht, für alle noch strengere Regeln zu erlassen, zeigt Bayern: Hier gilt ab heute 0 Uhr eine Ausgangsbeschränkung, die die Bewegung im öffentlichen Raum unter scharfe Regeln stellt - ausdrücklich, weil sich nicht alle an die freiwilligen Empfehlungen gehalten hatten. Auch das Saarland wird wohl bald solche Maßnahmen beschließen.
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Allen Appellen und Fakten zum Trotz
Stellen wie das aktuell federführende Robert-Koch-Institut, aber auch Politiker auf Bundes- und Kommunalebene - und zuletzt auch die Kanzlerin Angela Merkel - appellieren vehement: Nur mit sozialem Abstand ist die Verbreitung der Corona-Infektion so zu verlangsamen, dass das Gesundheitssystem nicht mit dem Ansturm von Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf überfordert wird. Entgegen dem klaren Rat der Fachleute und Entscheidungsträger sowie der erdrückenden Sachlage, die sich aus der Beobachtung in anderen Ländern ergibt, kommen aber viele Menschen hierzulande immer noch zu dem Schluss, dass sie ihr Leben nicht einschränken wollen - oder sind gar fest überzeugt, dies nicht zu müssen. Infografik Coronavirus: Weltweit nun mehr Infizierte als in China
Wie der Branchenverband Bitcom in einer repräsentativen Befragung ermittelt hat, vermeidet es aktuell nur jeder Zweite, ohne Anlass auf die Straße zu gehen. Lediglich vier von zehn (40 Prozent) geben an, dass sie sich aktuell seltener mit Freunden oder Verwandten treffen. Am gravierendsten ist aber wohl die Tatsache, dass jeder vierte Bundesbürger (25 Prozent) "mit Blick auf das Coronavirus sogar von einer Panik, die völlig übertrieben sei" spricht, so Bitkom - ein Wert, der bei der politisch und wissenschaftlich immer wieder geäußerten Hoffnung auf die Vernunft der Bürger natürlich schwer ins Gewicht fällt.
Aber trotzdem mehr Hände waschen
Die Einstellung der entsprechenden Befragten scheint auch im Hinblick auf andere Antworten durchaus hypokritisch. "Auf individueller Ebene haben die meisten sehr wohl Vorkehrungen gegen eine mögliche Coronavirus-Infektion getroffen", so die Studienmacher. 95 Prozent der Befragten geben an, sie würden sich aufgrund der Corona-Pandemie häufiger beziehungsweise gründlicher die Hände waschen. 62 Prozent haben sich nach eigener Aussage Vorräte an Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs angelegt."Es ist weiterhin vielen völlig gleichgültig, dass sie mit ihrem eigenen spaßbetonten Verhalten Schwächere gefährden. Auch sind längst nicht alle Büroarbeitsplätze auf Homeoffice umgestellt. Dabei stehen wir im Kampf gegen die Corona-Pandemie vor einer noch nie dagewesenen Herausforderung", so Bitkom-Präsident Achim Berg. "Man kann nur hoffen, dass die Appelle der Kanzlerin von den Menschen gehört werden und auch bei den schwer Belehrbaren ein Bewusstseinswandel eintritt."
Dass sich die Politik durch wenig einsichtige Bürger dazu veranlasst sieht, für alle noch strengere Regeln zu erlassen, zeigt Bayern: Hier gilt ab heute 0 Uhr eine Ausgangsbeschränkung, die die Bewegung im öffentlichen Raum unter scharfe Regeln stellt - ausdrücklich, weil sich nicht alle an die freiwilligen Empfehlungen gehalten hatten. Auch das Saarland wird wohl bald solche Maßnahmen beschließen.
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