Abrechnung beim Streaming: Helene Fischer & Co. wollen weniger Geld

Eine Reihe großer deutscher Musik-Stars fordert ein neues Abrechnungsmodell im Musik-Streaming. Ungewöhnlich ist dabei die Tatsache, dass ihr Vorschlag ihnen selbst zukünftig wahrscheinlich weniger Geld einbringen würde. Diskussionen mit den großen Streaming-Diensten drehten sich bisher vor allem um die grundsätzliche Frage der Vergütungshöhe - und die Musiker waren unzufrieden mit den Einnahmen, die ihnen von den Online-Anbietern überwiesen wurden. Inzwischen hat sich das Streaming aber durchgesetzt und die Einnahmen aus dem Bereich sprudeln - zumindest - beziehungsweise vor allem - bei den Großen der Musikindustrie.

Wie aus einem Bericht der Kollegen von Heise hervorgeht, denen eine entsprechende Erklärung vorliegt, wird nun aber die Verteilung der Gelder ins Visier genommen. Und die bekannten Stars, die in dem Bereich durchaus eine gewisse Lobby-Wirkung haben, treten dabei überraschend für ein Abrechnungsmodell ein, das ihnen selbst am Ende wohl weniger einbringen würde.

Andere Gewichtung

Bisher erfolgt die Ausschüttung aus der Menge abgerufener Streams. Die Abo-Gebühren und Werbeeinnahmen kommen in einen großen Topf und werden von dort in etwa nach jenen Anteilen an die Musiker verteilt, den sie an den gesamten Streaming-Abrufen haben. Das bedeutet ganz schlicht, dass eine Platzierung in den Charts und den entsprechenden Playlisten ordentlich Geld einbringt.

Die Unterzeichner der fraglichen Erklärung wollen nun aber hin zu einem Modell, bei dem die Verteilung ausgehend von jedem Nutzer erfolgt. Wenn also ein Hörer den ganzen Tag einen wilden Mix aus Chart-Playlists abspielen lässt, verteilt sich sein Abo-Beitrag dann eben auf viele Musiker. Hört ein Nutzer hingegen nur in ruhigen Momenten am Abend die immer gleiche Band, bekommt diese als Extremfall seinen kompletten Monatsbeitrag. Unterm Strich würde diese Variante Nischen- und Nachwuchsmusiker mit höheren Einnahmen versorgen.

Das würde eher dem bisherigen Verständnis der Musikindustrie entsprechen, die nicht nur wirtschaftliches Instrument der großen Stars ist, sondern eben auch immer einer kulturellen Verpflichtung folgte und Nachwuchsförderung betrieb. Unterzeichnet ist die entsprechende Erklärung von diversen deutschen Stars wie Helene Fischer, Marius Müller-Westernhagen, Sarah Connor, Herbert Grönemeyer, Peter Maffay, Robin Schulz und Andreas Bourani.

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