Musik-Streaming: Mit zweifelhaftem Geschmack zu neuen Rekorden

Die Nutzer haben vor dem Jahreswechsel noch einmal für einen ordentlichen Endspurt gesorgt und das Musik-Streaming über den nächsten Meilenstein getragen. Die Prioritäten der Streaming-Nutzer dürften aber für einige Stirnfalten sorgen. Die Branche musste über Jahre im Grunde gegen ihren massiven Widerstand zum Erfolg getrieben werden. Nun gibt man sich aber mit der Situation zufrieden und freut sich sogar ein Stück weit, dass die Nutzung legaler Streaming-Angebote auf so viel Gegenliebe bei den Nutzern trifft. Längst bringt dieser Bereich der Musikindustrie die höchsten Umsätze unter allen Distributionsformen ein.

Wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) unter Berufung auf eine Sonderauswertung der GfK Entertainment mitteilte, sei die 100-Milliarden-Marke erstmals geknackt worden. Insgesamt hätten die Nutzer im vergangenen Jahr 107 Milliarden Titel von den verschiedenen Streaming-Plattformen abgerufen. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor generierten die Deutschen noch 79,5 Milliarden, 2017 erst rund 56,4 Milliarden Streams.

Dauerschleife für Mariah Carey

Besonders erfolgreich dürfen sich dabei Musiker fühlen, die in der Kategorie "Meistgestreamter Song eines Tages" vorn liegen. Denn diese schaffen es, dass sehr viele Nutzer zumindest eine ihrer Veröffentlichungen gern auch mal in Dauerschleife spielen. Die vier Erstplatzierten kommen hier aus zwei eindeutigen und recht klar voneinander getrennten Genres: Ganz vorn liegt "All I Want For Christmas Is You" von Mariah Carey, das am 24. Dezember durch die Decke ging und allein 3,2 Millionen Mal gespielt wurde.

Auf den beiden nachfolgenden Plätzen rangieren zwei Raptracks: "Ronin" von Bushido & Animus sowie "Tilidin" von Capital Bra & Samra. Und schon auf dem vierten Platz folgt das berüchtigte "Last Christmas" von Wham. Wie diese Auswahl zu bewerten ist, darf wohl jeder für sich selbst entscheiden.

"Innerhalb von nur zwei Jahren, seit dem Jahr 2017, haben sich damit die Musik-Streams annähernd verdoppelt. Das Streaming baut seine Position weiter aus", kommentierte Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des BVMI, die Zahlen. Er verwies aber auch darauf, dass die Mitglieder seines Verbandes ein sehr viel breiteres Angebot bieten können - vom Vinyl bis hin zur Cloud.
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