Gesichtserkennung am Bahnhof: Seehofer rudert jetzt gewaltig zurück

Wer zukünftig mit der Bahn reist, muss wohl doch nicht mehr damit rechnen, ständig von Gesichtserkennungs-Systemen erfasst und durchleuchtet zu werden. Die gesetzliche Regelung hierzu ist ohne weiteren Kommentar aus dem Entwurf verschwunden. Das Bundesinnenministerium unter Horst Seehofer wollte das Bundespolizeigesetz um entsprechende rechtliche Grundlagen erweitern. Nach einem Testlauf am Bahnhof Berlin-Südkreuz sollten bundesweit 135 Bahnhöfe und 14 Flughäfen mit einer entsprechenden Technik ausgestattet werden. Dagegen gab es umfangreiche Kritik von verschiedenen Seiten.

Und nun scheint man im Innenministerium einzulenken. Im neuesten Entwurf für das neue Bundespolizeigesetz kommt die Gesichtserkennung nun gar nicht mehr vor. Das berichten die Nachrichtenagentur DPA und der Spiegel übereinstimmend. Nach dem aktuellen Text soll es zwar einen deutlich stärkeren Einsatz von Überwachungskameras geben, der zuvor beschriebene automatische Abgleich mit biometrischen Daten ist nun aber nicht mehr Bestandteil dessen.

Fast perfekt reicht nicht

Wie der Spiegel unter Berufung auf Quellen im Bundesinnenministerium berichtet, habe Seehofer befürchtet, dass die Akzeptanz für den Einsatz von mehr Überwachungskameras schwindet, wenn die Aufnahmen automatisiert mit einer Gesichtserkennung abgeglichen werden. Dafür hätten nicht nur die diffuse Kenntnis über die Vorgänge gesorgt, sondern letztlich sicherlich auch die zu erwartenden falschen Einstufungen.

Bei den Tests entsprechender Systeme hatte man Fehlerquoten registriert, die im Grunde nach einer sehr gut funktionierenden Technik klingen. Allerdings steckt der sprichwörtliche Teufel auch hier im statistischen Detail: So klingt es gut, wenn das System beispielsweise zu 99,999 Prozent richtig funktioniert. Jeder hunderttausendste würde dann aber eben ein falsches Ergebnis liefern. Bei allein schon über 7 Millionen Bahn-Reisenden am Tag würden also täglich sehr viele Menschen fälschlich ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten.

Siehe auch: Gesichtserkennung: Managerin landet komplett schuldlos am Pranger Kamera, überwachung, Gesichtserkennung, Überwachungskamera Kamera, überwachung, Gesichtserkennung, Überwachungskamera Pixabay / 12019
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