Betrügerische Kredite: Schwere Vorwürfe gegen Opera und Betreiber

Benutzeroberfläche, Opera, Gui, Reborn 3, R3 Bildquelle: Opera
Opera hat mit der sympathisch-kleinen Browser-Schmiede von einst nicht mehr viel zu tun. Das liegt vor allem daran, dass das Unternehmen Mitte 2016 an ein chinesisches Konsortium verkauft worden ist. Das hatten viele skeptisch beäugt und Kritiker scheinen Recht gehabt zu haben. Die Macher von Opera haben sich stets als besonders ethisch positioniert, so hat man sich für Transparenz beim Tracking eingesetzt oder ein kostenloses und im Browser integriertes VPN eingeführt. Doch offenbar ist das teilweise nur Fassade, denn im Hintergrund soll moralisch höchst Bedenkliches ablaufen.

Denn das auf so genannte finanzielle Forensik spezialisierte Institut Hindenburg Research hat einen Bericht veröffentlicht, in dem man Opera und die dahinterstehenden Investoren beschuldigt, in mehreren Ländern für Apps verantwortlich zu sein, die betrügerische Kredite ("predatory lending") anbieten.

Jahreszins kann auf bis zu 876 Prozent anwachsen

Laut Hindenburg Research (via Android Police) betreibt Opera in Indien, Kenia und Nigeria vier Apps namens CashBean, OKash, OPay und OPesa. Solche "Privatkredite mit hohem effektivem Jahreszins" (36 Prozent oder höher) sind allerdings im Play Store verboten, wie man in den Inhaltsbeschränkungen von Google nachlesen kann.

Die Opera-Apps sollen zwar knapp unter der von Google vorgegebenen Grenze liegen, in Wirklichkeit liegen diese aber höher bzw. steigen auf absurd hohe Werte, im Fall einer App waren es 438 Prozent. Wer die Rückzahlung verpasst, der muss sogar mit einer Verdopplung auf 876 Prozent rechnen.

Auch bei der Laufzeit verstößt man gegen die Google-Einschränkungen: Denn offiziell beträgt die Dauer zwischen akzeptablen 91 und 365 Tagen, tatsächlich sind es meist zwischen 15 und 29 Tage. Das Google-Minimum liegt bei 60 Tagen. Das ist längst nicht alles: Dem Bericht zufolge greifen die Apps auf Telefonkontakte zu, um Freunde und Familie des Kreditnehmers zu belästigen, damit diese Druck ausüben. Dabei werden oftmals auch rechtliche Schritte angedroht.

Laut Hindenburg Research wurde diese betrügerische Vorgehensweise auch dazu verwendet, für die Börse ein finanzielles Wachstum des Browsergeschäfts vorzutäuschen, das es nicht gibt. Opera hat mittlerweile ein Statement veröffentlicht, in dem man schreibt, dass der Report "zahlreiche Fehler, unbegründete Behauptungen und irreführende Schlussfolgerungen" aufweisen soll. Opera verweist darauf, dass man hohe Standards bei der Unternehmensführung beibehalten will.

Das Statement klingt allerdings eher nach pauschaler Beschwichtigung und einem kategorischen Dementi, Opera wird auf die Vorwürfe detaillierter eingehen müssen - das aber spart man sich womöglich für das Gericht auf.

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