Milliarden-Euro-Schaden: Falsche Krypto-Plattformen prellen Anleger

Manipulierte Websites, fingierte Gewinne und falsche Anwälte prägen den aktuellen Cybertrading-Betrug. Kriminelle Callcenter locken Anleger in eine Falle und nehmen mit deren Ausweisdaten sogar Kredite von bis zu 50.000 Euro auf.
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  • Kriminelle locken Anleger online mit erfundenen KI-Handelsplattformen
  • Gefälschte Medienberichte und bekannte Marken täuschen hohe Gewinne vor
  • Weltweit agierende Callcenter drängen Opfer zu immer mehr Einzahlungen
  • Angezeigte Kursverläufe auf den betrügerischen Seiten sind frei erfunden
  • Sogenannte Recovery-Betrüger knöpfen Geschädigten oft noch mehr Geld ab
  • Beim Weitertransfer unerwarteter Geldeingänge drohen Verfahren wegen Geldwäsche

Masche mit der schnellen Rendite

Kriminelle locken Anleger mit gefälschten Angeboten und vermeintlich "intelligenten Algorithmen", die satte Gewinne versprechen. Durch sogenannten Cybertrading-Betrug entstand 2026 allein in Oberfranken ein Schaden in Millionenhöhe. Die Täter werben im Internet mit manipulierten Nachrichtenseiten und Anzeigen.

Sie nutzen das Vertrauen in bekannte Marken und Persönlichkeiten aus, etwa mit gefälschten Berichten über die Fernsehsendung Die Höhle der Löwen. Den Nutzern wird häufig vorgetäuscht, künstliche Intelligenz übernehme den Handel mit Kryptowährungen und erwirtschafte selbst im Schlaf hohe Renditen. Der Einstieg erfolgt meist mit 250 Euro. Mitunter zahlen die Täter zunächst kleine Gewinne aus, um Vertrauen aufzubauen.


Fingierte Gewinne und Kredite

Hinter den Angeboten stehen weltweit agierende Netzwerke mit professionellen Callcentern, unter anderem in Georgien, der Ukraine und Zypern. Geschulte vermeintliche Broker drängen die Anleger zu immer höheren Investitionen.

Wie die Polizei warnt, sind die angezeigten Kursentwicklungen frei erfunden. Als ein Mann aus dem Landkreis Bayreuth sein Guthaben auszahlen lassen wollte, verlangten die Täter weitere Gebühren. Er verlor zunächst rund 160.000 Euro.

Geschädigte werden häufig erneut mit sogenannten Recovery-Angeboten betrogen. Die Täter melden sich Monate später unter falschem Namen als angebliche Rechtsanwälte oder Behördenmitarbeiter. Gegen eine Vorabgebühr versprechen sie, das verlorene Geld zurückzuholen. Der Mann aus dem Landkreis Bayreuth überwies dafür weitere 40.000 Euro. Sein Gesamtschaden stieg damit auf rund 200.000 Euro.

In anderen Fällen nutzten Betrüger Ausweisdokumente, mit denen sich Opfer auf den Plattformen registriert hatten, um in deren Namen Kredite von bis zu 50.000 Euro aufzunehmen. Infografik Statistik zeigt: Bots verursachen mehr Internet-Traffic als MenschenStatistik zeigt: Bots verursachen mehr Internet-Traffic als Menschen

Opfer "verzocken" Altersvorsorge

Teilweise greifen die falschen Anlageberater per Fernwartungssoftware auf die Computer der Opfer zu, um vermeintliche Wallets einzurichten. In einem Fall aus dem Landkreis Hof floss Geld vom Privatkonto des Opfers ins Ausland. Ermittler schätzen den volkswirtschaftlichen Schaden durch die Masche allein in Deutschland auf Milliardenhöhe. Den Betroffenen fehlt das Geld für die Altersvorsorge, oder sie geraten in Schulden.

Risiko Geldwäsche

Besondere Vorsicht ist laut Polizei geboten, wenn unerwartet Geld auf dem Konto eingeht und Betroffene es weiterleiten sollen. Wer dem nachkommt, kann selbst zum Beschuldigten in einem Strafverfahren wegen Geldwäsche werden. Die Polizei empfiehlt, verdächtige Anlageangebote sorgfältig zu prüfen und keine Zahlungen auf telefonische oder per Messenger übermittelte Anweisungen hin vorzunehmen. Bei Unsicherheit sollten sich Betroffene frühzeitig an die Polizei wenden.

Wurdet ihr im Netz auch schon einmal mit derart aggressiven und unrealistischen Anlageangeboten konfrontiert? Teilt eure Erfahrungen und Meinungen zu dem Thema gerne mit uns in den Kommentaren!
Nadine Juliana Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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