Das einst so ungeliebte Musik-Streaming trägt die ganze Musikindustrie

Die Musikindustrie hat sich lange mit den neuen Geschäftsmöglichkeiten im Netz schwer getan und muss nun erstaunt darauf schauen, dass der überwiegende Teil der Einnahmen von den großen Streaming-Diensten überwiesen wird. Insgesamt kam die Branche im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 1,62 Milliarden Euro. Das sind 8,2 Prozent mehr als im vorhergehenden Jahr. Damit schaffte die Musikindustrie nach den Jahren 2017 und 2018, in denen die Einnahmen zurückgingen, endlich wieder ein Wachstum. Die enorme Attraktivität des Streaming-Marktes für die User hatte darauf den maßgeblichen Einfluss.

Die Beträge, die von den Streaming-Anbietern überwiesen wurden, kletterten um 27 Prozent. Damit trägt diese Form der Musiknutzung inzwischen zu knapp über 55 Prozent zu den gesamten Einnahmen aus der Vermarktung von Musik bei. Weitere 6,2 Prozent kommen zusätzlich noch aus dem Verkauf von Downloads, einem Segment, das einst den größten Anteil im Online-Geschäft ausmachte.

CDs stabilisieren sich ein wenig

Dass Mehreinnahmen aus dem Online-Geschäft diesmal nicht komplett von den schnell sinkenden CD-Verkäufen aufgefressen wurden, lag auch daran, dass der Abwärtstrend sich hier inzwischen deutlich verlangsamt. Der Umsatz mit den Tonträgern rutschte im letzten Jahr nur noch um 10,5 Prozent ab und damit nur noch halb so stark wie im Jahr zuvor. Die CDs machen so noch einen Anteil von insgesamt 29 Prozent am Gesamtmarkt aus. 4,9 Prozent der Einnahmen werden außerdem mit Vinyl-Alben erwirtschaftet, was für einen Geschäftsbereich, den man zwischenzeitlich fast tot glaubte, doch recht ordentlich ist.

Bei den Anteilen der großen Musikrichtungen am Umsatz blieb zwar "Pop" im vergangenen Jahr mit 25,8 Prozent das umsatzstärkste Genre. Erstmals hat sich aber der Bereich "HipHop/Rap" mit einem Anteil von 19,7 Prozent sehr knapp vor "Rock" (19,6 Prozent) auf Platz 2 positioniert. Ebenfalls unter den nach Umsatz erfolgreichsten fünf Segmenten befinden sich "Kinderprodukte" (9,8 Prozent) und "Dance" (7,3 Prozent).

Siehe auch: Musik-Streaming: Mit zweifelhaftem Geschmack zu neuen Rekorden
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