Amazon in der Kritik: Alexa behält Sprachaufnahmen trotz Löschung

Amazon, Roboter, Karton Bildquelle: Nik GB / Unsplash
Amazons Sprachassistentin Alexa macht für viele das Leben leichter, steht jedoch in Hinsicht auf Datenschutz und Privatsphäre in der Kritik. Neue Statements zeigen einmal mehr, dass Amazon sogar nach der manuellen Löschung Daten speichert und an Drittanbieter weiterreicht. Aktuelle Deals des Echo Dot und die Neuvorstellung der Echo Wall Clock werden derzeit überschattet von der zunehmenden Kritik an Amazons Grundsätzen zum Datenschutz und der Privatsphäre. Der Großbrand entfachte, als im April bekannt wurde, dass Amazon-Mit­ar­bei­ter Sprachaufnahmen in einigen Fällen mithören können. Auch das Patent für dau­er­haft aktive Mikrofone, wodurch die Aktivierung durch das Stichwort "Alexa" entfallen würde, erzeugte diverse Negativ-Schlagzeilen. Seit jeher dürfte zudem bekannt sein, dass Amazon sämtliche Spracheingaben zur Analyse speichert, um die künstliche Intelligenz von Alexa und den Echo-Lautsprechern zu verbessern.


Amazon-Brief an US-Senator gewährt tieferen Einblick

Die dahinterstehenden Methoden der Datenspeicherung erklärt Amazon zumindest teilweise in einem gestern veröffentlichten Brief (via The Verge) als Antwort auf verschiedene Fragen des US-Senators Christopher Coons. Demnach bestätigt der Online-Händler, dass Sprachaufnahmen so lange auf den Amazon-Servern gespeichert werden, bis der Nutzer diese manuell löscht. Nach dem Löschen sollen zwar alle Audio-Dateien beseitigt werden, ausgewählte Transkripte verbleiben jedoch zur Analyse in den Händen von Amazon. Auf diese Art der Speicherung haben die Kollegen von CNET bereits Anfang Mai hingewiesen. Man arbeite jedoch angeblich daran, auch diese Transkripte nach der Löschung seitens der Nutzer vollständig aus allen Datenbanken zu entfernen.

Ebenso geht aus dem Brief nochmals hervor, dass Audio-Aufzeichnungen und Transkripte bei der Nutzung von Drittanbieter-Skills (z.B. myTaxi, Uber, Pizza-Bestellungen) auch teilweise an diese Anbieter übermittelt und von ihnen gespeichert werden. Positiv anrechnen muss man dem Milliarden-Konzern jedoch, dass er trotz aller Kritik offen mit dem Thema umgeht und versucht aufklärend zu kommunizieren. Zudem verspricht man in Zukunft seine Kunden mehr über das Thema Privatsphäre und die bei Amazon gespeicherten Daten zu informieren, zum Beispiel über einen kommenden Hub, der die hinterlegten Nutzerdaten besser auflistet.

Es bleibt jedoch bisher die Unsicherheit, dass Nutzer von Echo-Lautsprechern oder der Alexa App nicht hundertprozentig sicher sein können, ob ihre Daten nach der manuellen Löschung nun wirklich entfernt wurden oder noch auf weiteren Amazon-Servern zur Analyse zwisch­en­ge­la­gert bleiben.

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