Immer tiefer in den Schlamassel:
CDU will eigene Influencer aufbauen
Die Union, allen voran die CDU, ist derzeit immer noch mit der Verarbeitung der Schlappe bei der EU-Wahl beschäftigt. Vor allem das Thema Rezo ist ein tiefsitzender Stachel, den man nach wie vor nicht aus der Haut kriegt. Und man kämpft immer noch damit, die richtige Strategie zu finden, wie man mit Internet, YouTube und Co. umgehen soll.
Infografik: Wie wird man YouTube-Star und was kann man verdienen?
Vor der EU-Wahl geriet die Union bereits durch umstrittene Entscheidungen zum neuen EU-Urheberrecht in die Kritik, man verprellte damit vor allem junge Wähler. Dann kam das mittlerweile mehr als 14 Millionen Mal angeklickte Rezo-Video mit dem Titel "Die Zerstörung der CDU" und seither taumelt die Volkspartei bei der Suche nach Antworten und Gegenstrategien von einer Peinlichkeit zur nächsten.
Denn statt sich hinzustellen und "Wir hören euch jetzt einfach zu" zu sagen, bekommt man seitens der CDU diverse dubiose Strategien oder Ideen zu hören. Aktuell berichtete die Bild am Sonntag (via Spiegel Online) von einer Initiative des CDU-nahen Vereins cnetz. Dort will man den Aufbau "eigener" YouTuber und Influencer starten.
Auf YouTube ansehen
Rezo ist auch hier das "Vorbild", jedenfalls in Bezug auf die Machart des Videos, diese könne man laut cnetz beim derzeit wohl bekanntesten YouTuber lernen: "(…) schnelle, prägnante Argumente, Schnitte, Quotes, Charts, Musik, Webkommunikation." Im Gegensatz dazu will keiner jemandem zuhören, der fünf Minuten am Stück spricht, so die cnetz-"Experten".
Pörksen schlussfolgert, dass Digitalisierung Dialogisierung heißt und fordert das, was der CDU derzeit wohl am meisten fehlt: Echte Empathie und den glaubhaften Willen, den jungen Menschen (und Wählern) zuzuhören. Zumindest wenn man erfahren und verstehen will, "was diese Fremdlinge, die jetzt mit ihren blauen Haaren aus dem fremden YouTube-Universum in das Grillfest des Ortsvereins hineingeplatzt sind, eigentlich zu sagen haben".
Infografik: Wie wird man YouTube-Star und was kann man verdienen?
Vor der EU-Wahl geriet die Union bereits durch umstrittene Entscheidungen zum neuen EU-Urheberrecht in die Kritik, man verprellte damit vor allem junge Wähler. Dann kam das mittlerweile mehr als 14 Millionen Mal angeklickte Rezo-Video mit dem Titel "Die Zerstörung der CDU" und seither taumelt die Volkspartei bei der Suche nach Antworten und Gegenstrategien von einer Peinlichkeit zur nächsten.
Denn statt sich hinzustellen und "Wir hören euch jetzt einfach zu" zu sagen, bekommt man seitens der CDU diverse dubiose Strategien oder Ideen zu hören. Aktuell berichtete die Bild am Sonntag (via Spiegel Online) von einer Initiative des CDU-nahen Vereins cnetz. Dort will man den Aufbau "eigener" YouTuber und Influencer starten.
"Linke und grüne YouTuber"
Diese sollen einen Gegenpol "zur zumindest wahrgenommenen Vorliebe für grüne und linke Sichtweisen" der derzeit großen Social-Media-Stars bilden. So jedenfalls schreibt man in einem Dokument, das an Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer adressiert ist. Cnetz will "andere, eigene Influencer aufbauen, die weniger vorgeprägt denken".
Auf YouTube ansehenRezo ist auch hier das "Vorbild", jedenfalls in Bezug auf die Machart des Videos, diese könne man laut cnetz beim derzeit wohl bekanntesten YouTuber lernen: "(…) schnelle, prägnante Argumente, Schnitte, Quotes, Charts, Musik, Webkommunikation." Im Gegensatz dazu will keiner jemandem zuhören, der fünf Minuten am Stück spricht, so die cnetz-"Experten".
Arroganz statt Inhalte
Für die (wohl nicht für die Öffentlichkeit gedachten) Vorschläge gab es erwartungsgemäß jede Menge Spott und auch sachliche Kritik. Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen attestierte der Union in der Süddeutschen Zeitung mit Arroganz statt Inhalten zu reagieren und sich mit praktisch jeder Gegenmaßnahme tiefer in den Schlamassel zu reiten: "Die Sofort-Skandalisierung scheint übrigens die vorrangige Reaktion zu sein. Die arrogante Abfuhr, die verklemmte Relativierung, die pauschale Abwertung, der Start einer Gegenkampagne, der Versuch von Einschüchterung und Zensur - all das kann das Entrüstungsfeuer noch einmal kräftig anheizen."Pörksen schlussfolgert, dass Digitalisierung Dialogisierung heißt und fordert das, was der CDU derzeit wohl am meisten fehlt: Echte Empathie und den glaubhaften Willen, den jungen Menschen (und Wählern) zuzuhören. Zumindest wenn man erfahren und verstehen will, "was diese Fremdlinge, die jetzt mit ihren blauen Haaren aus dem fremden YouTube-Universum in das Grillfest des Ortsvereins hineingeplatzt sind, eigentlich zu sagen haben".
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