Jetzt musste es schnell gehen:
Große Darknet-Plattform hochgenommen

Einer der zuletzt größten Darknet-Marktplätze ist von Deutschland aus betrieben worden. Der so genannte "Wall Street Market" ist nun aber von der Polizei stillgelegt worden. Wie die federführende Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main heute mitteilte, konnten die Ermittler jetzt einen umfassenden Schlag gegen die Plattform führen.
Infografik: Anteile der Inhalte im Tor-DarknetAnteile der Inhalte im Tor-Darknet
Bereits in der vergangenen Woche wurden drei junge Männer festgenommen, die von den Ermittlern als mutmaßliche Betreiber der Plattform ausgemacht wurden. Die Personen im Alter von 31, 29 und 22 Jahren kommen aus Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Beamte haben darüber hinaus die Wohnungen der Beschuldigten durchsucht und inzwischen auch den Server sichergestellt.

Auf dem Marktplatz sollen bis zu 1,1 Millionen Kunden mit 5400 Anbietern in Kontakt gekommen sein. 63.000 verschiedene Angebote sollen zuletzt gelistet gewesen sein - darunter Drogen, Datenbanken und Malware. Die Käufe wurden über die Kryptowährungen Bitcoin und Monero abgewickelt. Ihre Dienste als Betreiber ließen sich die Verdächtigen dabei mit Provisionen zwischen 2 und 6 Prozent vergüten.

Betreiber wollten abtauchen

Die Ermittler hatten die drei Verdächtigen seit März unter Beobachtung. Dabei kam es zuletzt zu zwei gegenläufigen Entwicklungen. Auf der einen Seite kam es zu einem schnellen Wachstum der Plattform, nachdem der Konkurrent "Dream Market" ankündigte, die Dienste einzustellen. Auf der anderen Seite wurden Stimmen unter den Nutzern laut, wonach es auch beim "Wall Street Market" nach einem bevorstehenden Rückzug der Betreiber aussah - denn teilweise war die Seite nicht erreichbar oder Transfers klappten nicht wie gewohnt.

Als es letztlich so aussah, als wollten die Betreiber ganz abtauchen, intensivierten die beteiligten Polizisten ihre Ermittlungen und schlugen nun zu. Den Angaben zufolge sollen bei den Razzien 550.000 Euro in bar, ein sechsstelliger Betrag in Kryptowährungen und diverse Beweismittel sichergestellt worden sein. Kollegen aus den USA sollen darüber hinaus zwei der größten Anbieter geschnappt haben.

Siehe auch: Bundesrat will Betrieb einiger Darknet-Plattformen unter Strafe stellen
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