Zwei Jahre Nokia-Phones mit Android: Was war, was wird - Interview

Nokia 9 kommt nicht mehr im Jahr 2018

Das wohl wichtigste gleich vorab: In diesem Jahr wird es kein Nokia 9 mehr geben. Im Rahmen unseres Gesprächs erteilte HMDs deutsche Marketing-Chefin Britta Gerbracht entsprechenden Fragen recht gekonnt eine Absage. Man müsse zunächst noch diverse Dinge in den Griff bekommen, bevor dieses Gerät auf den Markt kommen werde, machte sie recht unmissverständlich klar. Weitere Informationen zu diesem Thema werden wir zeitnah in einem weiteren Artikel bereitstellen. Nokia TA-1094Nokia 'AOP' aka Nokia 9: Dieses Jahr wird's nix mehr Generell sei ab 2019 mit der Einführung neuer Flaggschiff-Modelle der Marke Nokia zu rechnen, so der Tenor. Dabei spiele das Design zunehmend eine Rolle, was aber auch für die niedrigeren Preispunkte gelten soll. HMD bzw. Nokia Mobile habe seine eigene "Linie" gefunden, so dass dieses Thema künftig verstärkt zu einem Schwerpunkt werden soll. Auch in den nächsten Jahren sollten die Kunden weiter einfach erkennen, wenn es sich um ein Smartphone der Marke Nokia handelt.

Neue Flaggschiffe und Innovationen verstärkt ab 2019 zu erwarten

Ab 2019 will HMD zudem verstärkt mit neuen Innovationen aufwarten, so Gerbracht. Bisher sei "Nokia" noch nicht wieder zu den führenden Kräften in Sachen Neuerungen im Smartphone-Markt aufgestiegen, wie es zu Zeiten der ersten Nokia-Smartphones noch der Fall war. Es sei ganz klar der Anspruch des Unternehmens, wieder ganz vorn mitzumischen, wobei man auch Wert darauf lege, nicht nur jeweils "das Neueste" zu bieten, sondern stets auch Wege suche, aktuelle Technologien auch günstiger anzubieten.

Deshalb liege das Hauptaugenmerk im kommenden Jahr zunächst weiter auf der erwähnten Stärkung und Festigung der Position von HMD Global im Preisbreich zwischen 300 und 400 Euro, also der oberen Mittelklasse. Gleichzeitig sei aber mit neuen Top-Smartphones zu rechnen, wobei dieses Thema in den Jahren 2020 und 2021 zunehmend eine größere Rolle spielen soll.


Nach .1 kommt .2, .3 und so weiter

HMD will darüber hinaus vermehrt in Themen wie den Aufbau einer Kunden-Community und den Kundendienst rund um seine Produkte investieren. Außerdem sei in Deutschland mit einer steigenden Verfügbarkeit von Zubehörprodukten wie Cases und Kopfhörern zu rechnen, da man inzwischen einen breit aufgestellten Distributor für den Handel an Bord geholt habe.

Auch für jene Nokia-Enthusiasten, die sich fragen, wie es denn mit den Produktnamen nach Geräten wie dem Nokia 7 und Nokia 7.1 bzw. Nokia 8 und Nokia 8.1 weitergeht, hatte Gerbracht eine recht eindeutige Aussage parat: Natürlich sei angedacht, die Versionierung auf die bekannte Art und Weise fortzuführen. Nach dem Nokia 6 und Nokia 6.1 sei hierzulande somit mit dem Nokia 6.2 und Nokia 6.3 usw. zu rechnen.

Performance überall, aber keine Gaming-Smartphones geplant

Bezüglich des aktuellen Trends zu Gaming-Smartphones und anderen Geräten mit Fokus auf Nischenmärkte werde es von Nokia bzw. HMD Global kaum spezialisierte Geräte geben. Ein Gaming-Smartphone sei zum Beispiel nicht in Arbeit, so die Marketing-Managerin von HMD Global mit Blick auf Produkte wie das ASUS ROG Phone oder auch das legendär gescheiterte Nokia N-Gage.

ASUS ROG PhoneASUS ROG PhoneASUS ROG PhoneASUS ROG Phone

Eine ordentliche Leistung der eigenen Geräte sei für HMD Global grundsätzlich ein Fokuspunkt, aber Gaming-Geräte und andere spezielle Modelle seien nicht geplant. Wie sich anhand der Gaming-Smartphones anderer Hersteller bereits zeige, seien Nischengeräte schwer zu vermarkten und somit für HMD Global vorerst nicht relevant.

Keine neuen Retro-Phones ala Nokia 3310 und Nokia 8110 4G

Besonders interessant war beim Ausblick auch, dass HMD Global zwar mit den Neuauflagen des Nokia 3310 und des Nokia 8110 in diesem und dem letzten Jahr für reichlich mediale Aufmerksamkeit sorgen und seine Position als weltgrößter Lieferant von Feature-Phones behaupten und ausbauen konnte, aber kein weiteres "Retro-Phone" dieser Art plant.

Nokia 3310Nokia 3310Nokia 3310Nokia 3310

Nach Angaben von Gerbracht will man zum aktuellen Zeitpunkt kein weiteres solches Produkt mehr auf den Markt bringen, wobei sie zunächst keine Gründe für diese Entscheidung nannte. Die anderen günstigen Simpel-Handys von HMD, die wie die Android-Geräte unter der Marke Nokia erscheinen, wird es natürlich unverändert weiterhin geben.

Wer sich aufgrund des wachsenden Erfolgs der Marke Nokia bei Smartphones fragt, ob die "Mutterfirma", also der finnische Nokia-Konzern, dessen Marke HMD Global lizenziert hat, möglicherweise einen Rückkauf plane, braucht ebenfalls keine Hoffnungen haben. Aktuell gebe es keine derartigen Gespräche, auch wenn Nokia selbst natürlich genau aufpasst, was HMD mit seinem Markennamen anstellt.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels war von 70 Millionen verkauften Android-Smartphones von HMD Global die Rede. Da diese Angabe sich nicht mit den Aussagen von Marktbeobachtern deckt, die von rund 70 Millionen verkauften Geräten inklusive Feature-Phones ausgehen (rund 25 Millionen bisher verkauften Android-Geräten), haben wir den Artikel entsprechend aktualisiert.
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