Google greift nach massiven Protesten gegen sexuelle Belästigung durch

Google, Manager, Sundar Pichai Bildquelle: Google+
Google-Chef Sundar Pichai hat sich nach den internen Protesten tausender Mitarbeiter in den letzten Tagen in einem Brief an die Belegschaft gewandt und eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, mit denen man den Forderungen nach einem anderen Umgang mit Fällen von sexueller Belästigung oder gar Übergriffen nachkommen will. In dem auf dem offiziellen Google-Blog auch in deutscher Sprache veröffentlichten Brief erklärte Pichai, dass man die Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern sehr ernst nehme und alle nötigen Änderungen vornehmen will, um besser mit dem Problem umzugehen. Man wolle unter anderem für mehr Transparenz sorgen, was Bedenken und Beschwerden der Mitarbeiter angeht. Außerdem sollen die Betroffenen von dem Unternehmen "besser unterstützt" werden.

Pichai veröffentlichte einen ganzen Katalog von Maßnahmen, die in einem separat einsehbaren Aktionsplan verzeichnet sind. Folgende Änderungen nannte Pichai besonders wichtig und hob sie deshalb hervor (Zitat):

  • Wir werden in den USA die Schiedsgerichtsbarkeit als eine Option für individuelle Fälle von sexueller Belästigung und sexuellen Übergriffen eröffnen. Google hat bei der Schiedsgerichtsbarkeit niemals Vertraulichkeit verlangt, und aus einer Reihe von Gründen (z. B. zum Schutz der persönlichen Privatsphäre) ist die Schiedsgerichtsbarkeit möglicherweise immer noch der beste Weg. Aber diese Wahl sollte bei euch liegen.
  • Wir werden im Rahmen unseres Untersuchungsberichts detaillierter auf Untersuchungen und Ergebnisse von sexueller Belästigung im Unternehmen eingehen.
  • Wie wir mit euren Beschwerden und Bedenken umgehen, wird sich in Zukunft in dreierlei Hinsicht ändern: Wir überarbeiten unsere Meldemöglichkeiten, indem wir sie auf einer Seite zusammenführen, und bieten dort Live-Support an. Wir werden die Prozesse verbessern, mit denen wir Beschwerden und Bedenken  behandeln, einschließlich der Möglichkeit, dass Googler von einem Kollegen unterstützend begleitet werden können. Und wir werden den Googlern während und nach dem Prozess zusätzliche Unterstützung und Ressourcen anbieten. Dies umfasst eine erweiterte Beratung und Unterstützung bei der Karriere.
  • Wir werden unser verpflichtendes Training bezüglich sexueller Belästigung aktualisieren und erweitern. Die Nichtteilnahme wird in die Beurteilung einfließen.
  • Wir werden uns auch 2019 erneut zu unseren unternehmensweiten Zielen zu Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion verpflichten. Dabei werden wir uns darauf konzentrieren, die Gesellschaft besser abzubilden - durch unseren Bewerbungsprozess, die Fortbildungen, die wir anbieten und indem wir unsere Mitarbeiter an uns binden. Darüber hinaus ist es unser Ziel, eine inklusivere Unternehmenskultur für alle zu schaffen. Unser Chief Diversity Officer wird mir und meinem Führungsteam weiterhin monatlich vom Fortschritt berichten.

Abschließend lobte Pichai die Belegschaft für ihr aktives Engagement rund um diverse Themen und vor allem den Umgang mit sexueller Belästigung oder Übergriffen. So hatten zahlreiche Mitarbeiter vor kurzem ihre Arbeit aus Protest gegen den Umgang mit derartigen Fällen auf Seiten des Managements vorrübergehend niedergelegt.

Hintergrund sind Fälle, in denen Google nach Auffassung vieler Mitarbeiter nicht "sauber" mit problematischen Fällen umgegangen ist. So wurde ein ranghoher Manager der Forschungssparte Google X zwar entlassen, er hatte aber keine weiteren Konsequenzen zu fürchten. Zuvor wurde bekannt, dass der frühere Android-Chef Andy Rubin seinen Posten einst ebenfalls wegen eines Falls von sexueller Belästigung bzw. Übergriffigkeit räumte - und sogar noch zig Millionen Dollar als Abfindung kassiert hatte. Google, Manager, Sundar Pichai Google, Manager, Sundar Pichai Google+
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