Vorwürfe gegen Andy Rubin:
Deckte Google einen Straftäter?

Die Präsentation der Quartalsbilanzen durch die Google-Mutter Alphabet wurde durch einen möglichen Skandal überschattet: Android-Begründer Andy Rubin soll nach seinem Weggang noch 90 Millionen Dollar Abschiedsgeld erhalten haben, obwohl es einen begründeten Verdacht sexuellen Missbrauchs gegen ihn gab.
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Laut einem Bericht der New York Times, die sich auf Quellen innerhalb des Unternehmens und auf Firmen- und Gerichtsdokumente beruft, soll Rubin das Unternehmen 2014 verlassen haben, weil ihm ein sexueller Übergriff zum Vorwurf gemacht wurde. Eine interne Untersuchung habe die Vorwürfe als glaubwürdig eingestuft. Daraufhin sei Rubin vom Management ersucht worden, zurückzutreten.

Offiziell hieß es damals nur, dass sich Rubin einem Inkubator für Robotik-Startups widmen wolle. Im vergangenen Jahr hatte das Online-Magazin The Information dann schon einmal über ein Fehlverhalten von Rubin berichtet. Damals wurde Rubin aber nur eine "unangemessene Beziehung" zu einer Angestellten vorgeworfen.

Weitere Fälle sind bekannt

Diese sei nach den damals vorliegenden Informationen einvernehmlich gewesen und habe nur gegen den Verhaltenskodex bei Google verstoßen, nach dem Beziehungen zwischen Führungskräften und Untergebenen tabu sind. Von sexueller Belästigung war damals nicht die Rede, was sich nun aber geändert hat.

Ein Sprecher von Rubin bestritt die Vorwürfe und sagte, er habe Google auf eigenes Betreiben hin verlassen. Google-Chef Sundar Pichai reagierte in einem internen Rundschreiben indirekt auf die Vorwürfe und informierte die Belegschaft, dass das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren 48 Beschäftigte wegen sexueller Belästigung gefeuert habe. Das berichtet das Wall Street Journal, dem das Memo zugespielt wurde. Bei 13 der Entlassenen habe es sich um Führungskräfte gehandelt. Alphabet hat ungefähr 80.000 Mitarbeiter.

Siehe auch: Andy Rubins Essential ist ohne Zweifel der Flop des letzten Jahres
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