Erfinder des Webs fordert Zerschlagung von Facebook und Google
Als Tim Berners-Lee vor fast 30 Jahren das World Wide Web erfand, hatte er eine etwas andere Vorstellung von dessen Grundsätzen, als die heutige Situation zu zeigen vermag. Jetzt tritt er öffentlich dafür ein, dass große Konzerne wie Facebook und Google soweit in kleinere Teile zerschlagen werden, bis diese wieder realistisch im Wettbewerb angreifbar sind.
Tim Berners-Lee (Bild: Paul Clarke; CC-BY-SA 4.0)
Das Web sollte eigentlich der große Gleichmacher sein und die Menschen weltweit mit flachen Hierarchien gleichsetzen und Verbindungen zwischen zahlreichen dezentralen Punkten ermöglichen. In der Praxis sieht es hingegen so aus, dass eine Handvoll US-Konzerne eine Dominanz in einem bisher nicht bekannten Maße aufgebaut haben. Sie haben eine finanzielle und kulturelle Macht, an die selbst die meisten Staaten nicht mehr heranreichen.
"Es passiert ganz natürlich, dass ein Unternehmen einen Bereich dominiert, und die Geschichte zeigt, dass es keine Alternative dazu gibt, irgendwann einzugreifen und Dinge aufzubrechen", erklärte Berners-Lee gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Denn eine zu starke Konzentration sei letztlich gefährlich.
Allerdings ist das in den meisten Bereichen wohl auch eher ein Wunschtraum, dass sich doch noch alles zum Guten wenden könnte. Denn die Marktmacht von Konzernen wie Facebook ist inzwischen so groß, dass sie kleinere Anbieter nicht nur durch ihre direkten wirtschaftlichen Möglichkeiten aus dem Spiel halten können. Auch die indirekten Faktoren stehen weitgehend unter ihrer Kontrolle. So sind Facebook und Google beispielsweise auch jene Unternehmen, die inzwischen den Markt für Online-Werbung beherrschen.
Siehe auch: Tim Berners-Lee findet jüngste Privatsphäre-Aufweichungen 'widerlich'
Tim Berners-Lee (Bild: Paul Clarke; CC-BY-SA 4.0)
Das Web sollte eigentlich der große Gleichmacher sein und die Menschen weltweit mit flachen Hierarchien gleichsetzen und Verbindungen zwischen zahlreichen dezentralen Punkten ermöglichen. In der Praxis sieht es hingegen so aus, dass eine Handvoll US-Konzerne eine Dominanz in einem bisher nicht bekannten Maße aufgebaut haben. Sie haben eine finanzielle und kulturelle Macht, an die selbst die meisten Staaten nicht mehr heranreichen.
"Es passiert ganz natürlich, dass ein Unternehmen einen Bereich dominiert, und die Geschichte zeigt, dass es keine Alternative dazu gibt, irgendwann einzugreifen und Dinge aufzubrechen", erklärte Berners-Lee gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Denn eine zu starke Konzentration sei letztlich gefährlich.
Warnung vor Überreaktionen
Der Erfinder des Webs warnt aber auch vor Schnellschüssen. Die Innovationen im Web würden immer noch ziemlich schnell vonstatten gehen und es kann durchaus sein, dass ein kleiner Anbieter mit einem bestimmten Service dann doch zumindest in einem bestimmten Bereich gegen einen der Großen erfolgreich sein kann. Auch wenn das wohl kaum durch die kleine Firma allein geschehen kann, könnte es doch die Dynamik des Marktes an sich schaffen.Allerdings ist das in den meisten Bereichen wohl auch eher ein Wunschtraum, dass sich doch noch alles zum Guten wenden könnte. Denn die Marktmacht von Konzernen wie Facebook ist inzwischen so groß, dass sie kleinere Anbieter nicht nur durch ihre direkten wirtschaftlichen Möglichkeiten aus dem Spiel halten können. Auch die indirekten Faktoren stehen weitgehend unter ihrer Kontrolle. So sind Facebook und Google beispielsweise auch jene Unternehmen, die inzwischen den Markt für Online-Werbung beherrschen.
Siehe auch: Tim Berners-Lee findet jüngste Privatsphäre-Aufweichungen 'widerlich'
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Christian Kahle
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