JEDI: Auch Microsoft-Leute protestieren offen gegen Militär-Auftrag

Roboter, Drohne, General Atomics MQ-9 Reaper Bildquelle: Public Domain
Auch bei Microsoft stellen sich jetzt Beschäftigte offen gegen weitergehende Kooperationen des Unternehmens mit dem US-Militär. Aktuell flammt in Redmond so Protest gegen die Pläne des Unternehmens auf, sich in der Ausschreibung um einen Vertrag im Rahmen des so genannten JEDI-Programms zu bewerben, der 10 Milliarden Dollar schwer ist. JEDI steht dabei für Joint Enterprise Defense Infrastructure. Im Kern geht es hier darum, dass das Pentagon seine IT-Infrastruktur mit den Diensten eines Cloud-Anbieters erweitern will. Weite Teile der Ausschreibung unterliegen dabei der Geheimhaltung, so dass die Details unklar sind. Seitens des Verteidigungsministeriums war aber auch schon klargestellt worden, dass Teile des Programms auch darauf ausgerichtet sind, die Schlagkraft und Effizienz an vorderster Front zu steigern.

Daran wollen sich verschiedene Microsoft-Beschäftigte aber nicht beteiligen, wie aus einem offenen Brief hervorgeht. "Als wir uns für die Arbeit bei Microsoft entschieden haben, ging es auch darum 'jeden Menschen auf der Welt dabei zu unterstützen, mehr zu erreichen'", hieß es unter Bezug auf ein aktuelles Marketing-Motto der Redmonder. "Wir hatten nicht vor, Leben zu nehmen und die Tödlichkeit zu steigern."


Die Microsoft-Mitarbeiter wollen dabei auch das Argument nicht gelten lassen, dass - wenn Microsoft den Auftrag ablehnt - eben irgendein anderes Unternehmen den Job erledigt. "Wir werden dann die Leute bei diesem Unternehmen bitten, den gleichen Weg wie wir zu gehen", hieß es. Ein Unterbietungs-Wettkampf könne schlicht keine ethische Haltung darstellen.

Protest kann Erfolg haben

Und der Protest der Microsoft-Mitarbeiter ist letztlich auch nicht beispiellos. Ihre Kollegen bei Google hatten bereits durchgesetzt, dass das Unternehmen vor einiger Zeit einen ethischen Rahmen dafür entwickelte, wofür seine KI-Technologien eingesetzt werden dürfen. Die Beteiligung am US-Drohnenprogramm war damit vom Tisch. Und auch JEDI war nach einer Prüfung nicht mit den neuen Richtlinien zu vereinbaren. Aktuell sind neben Microsoft auch Amazon und Salesforce im Rennen, aber auch dort regt sich der Protest in der Belegschaft.

In ihrem offenen Brief verlangen die Microsoft-Mitarbeiter, dass auch in Redmond Ethik-Richtlinien für die Vermarktung von Technologien entwickelt und verbindlich eingeführt werden. Das wäre insofern auch nur folgerichtig, da sich das Unternehmen im politischen Lobbyismus sehr wohl auch für entsprechende gesetzliche Regularien zur KI-Entwicklung einsetzt. Insgesamt geht es hier nicht darum, dass überhaupt keine Geschäfte mehr mit militärischen Organisationen gemacht werden sollen. Allerdings hat man schon etwas dagegen, dass beispielsweise die neuesten Bildanalyse-Verfahren aus der KI-Forschung genutzt werden, um beispielsweise halbautonome Waffensysteme wesentlich zu verbessern.

Siehe auch: Nach Protesten - Google beendet Drohnen-Projekt mit dem Pentagon Roboter, Drohne, General Atomics MQ-9 Reaper Roboter, Drohne, General Atomics MQ-9 Reaper Public Domain
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