Sparkasse startet Echtzeit-Überweisungen: Alle Fragen und Antworten

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Heute beginnt für Sparkassenkunden eine neue Ära: Denn mit den so genannten Instant Payments werden Überweisungen möglich, die innerhalb von Sekunden von einem auf dem anderen Konto landen. Das ist rund um Uhr und an ausnahmslos jedem Tag des Jahres möglich, kostet aber unter Umständen etwas. Update mit etwaigen Zusatzkosten aller Sparkassen.
Infografik: Echtzeitüberweisungen im Sepa-RaumEchtzeitüberweisungen im Sepa-Raum

SEPA Instant Credit Transfer

Für rund 40 Millionen Bankkunden beginnt heute eine neue Ära: Denn die ersten Deutschen Sparkassen starten ihr Instant-Payment-System. Dieses beschleunigt Geldtransfers signifikant und ergänzt das bisherige SEPA-System. Die Sparkassen sind die zweite Bankengruppe Deutschlands, die das anbieten, bereits seit Ende des Vorjahres bietet die HypoVereinsbank den "SEPA Instant Credit Transfer" an.

Aktuell dauern Geldtransfers nämlich in der Regel einen Tag: Denn die Sparkassen sammelten bisher die Kundenaufträge (auch jene, die über Online-Banking durchgeführt werden), diese werden an die Zentrale weitergeleitet, überprüft und dann erst freigegeben. Mit etwas Pech kann es noch länger dauern, denn wird eine Überweisung Ende der Woche oder vor Feier- oder Brückentagen in Auftrag gegeben, dann können es sogar mehrere Tage sein.

Mit Instant Payments wird dieser Prozess nachhaltig beschleunigt, davon werden u. a. jene profitieren, die Überweisungen als Zahlungsweg beim Online-Shopping nutzen, da Händler normalerweise eine Ware erst verschicken, wenn sie das Geld erhalten haben.

In Folge die wichtigsten Fragen und Antworten zu den neuen Überweisungen in Echtzeit:

  • Was ist eine Echtzeit-Überweisung?
    Eine Echtzeit-Überweisung wird im Prinzip sofort durchgeführt, in der Praxis sprechen die Sparkassen von einer Dauer von maximal 20 Sekunden. Das Instant-Payment-System ist eine Weiterentwicklung der bekannten SEPA-Überweisung.
  • Muss ich Echtzeit-Überweisung nutzen?
    Nein. Das Angebot ist optional, wer will, kann auch nach wie vor die bisherigen, langsameren SEPA-Geldtransfers nutzen. Das ist durchaus wichtig, denn bei Echtzeit-Überweisungen können unter Umständen zusätzliche Gebühren anfallen.
  • Wie viel extra kostet eine Echtzeit-Überweisung?
    Das ist nicht eindeutig zu sagen. Bei einigen Geldinstituten bzw. Kontomodellen werden keine Zusatzgebühren erhoben bzw. sind diese bereits pauschal abgedeckt, einige Sparkassen verlangen pro Schnellüberweisung 50 Cent. Um die genauen Kosten zu erfahren, sollte man sich mit seiner Sparkasse bzw. der dortigen Beraterin oder dem Berater in Verbindung setzen.
    Update 12.07.2018: Auf Konto.org findet man eine Übersicht aller deutschen Sparkassen mit den jeweils anfallenden Zusatzgebühren.
  • Gibt es Tage, an denen man nicht auf diese Weise Geld überweisen kann?
    Nein. Die Echtzeit-Überweisung steht an jedem Tag im Jahr, rund um die Uhr, also auch an Sonn- und Feiertagen, zur Verfügung. Die Standard-Überweisung ist hingegen an die Geschäftszeiten der jeweiligen Sparkasse gebunden.
  • Welche Beträge können per Echtzeit-Überweisung transferiert werden?
    Bei einer Standard-Überweisung gibt es keine Betragsgrenze, bei der Echtzeit-Überweisung hingegen schon, aktuell sind es maximal 15.000 Euro pro Transaktion.
  • Funktionieren Instant Payments ausnahmslos?
    Nein. Damit dieser Zahlungsweg funktioniert, müssen Auftraggeber und Empfänger ihn anbieten, das ist derzeit bei 22 europäischen Banken der Fall. Als nächste deutsche Geldinstite sind die Volks- und Raiffeisenbanken an der Reihe, dort soll es für Kunden 2019 losgehen.
  • Was passiert bei Fehlern?
    Wem ein Irrtum bei einem Geldtransfer unterläuft, der könnte es unter Umständen künftig schwerer haben, einen Transfer rückgängig zu machen. Denn die Wartezeit bei einer Standard-Überweisung stellt auch ein Sicherheitskissen dar, eben weil der Transfer nicht sofort durchgeführt wird. Ob und wie schwierig es sein wird, sich Geld zurückzuholen, wird sich also erst zeigen.
  • Welche Sparkassen bieten Echtzeit-Überweisungen an?
    Auf dem Finanzportal der Sparkasse heißt es, dass das neue Überweisungsverfahren "bei fast allen Sparkassen genutzt werden kann". In der Praxis bedeutet das, dass viele Sparkassen heute damit starten, einige ziehen allerdings erst im August nach. Eine Ausnahme ist die Hamburger Sparkasse, laut dem Hamburger Abendblatt startet das Geldinstitut aus der Hansestadt erst nächstes Jahr mit Echtzeit-Überweisungen, Grund ist eine IT-Umstellung. Eine laufend aktualisierte Liste aller teilnehmenden Banken ist auf der Seite des European Payments Council zu finden.
Infografik: Die Vor- und Nachteile des Instant PaymentsDie Vor- und Nachteile des Instant Payments Logo, Bank, Banken, Sparkasse Logo, Bank, Banken, Sparkasse Michael Gaida/CC0
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