Datenschutz stirbt mit: US-Polizei entsperrt Geräte mit Finger von Toten
Für Ermittlungsbehörden haben die Inhalte der Smartphones von Tätern und Opfern heutzutage meist eine große Relevanz. Laut eines Berichts ist es bei US-Strafbehörden mittlerweile "relativ üblich", den Fingerabdruck von Toten am Tatort für die Entsperrung von iPhones zu nutzen - Juristen argumentieren, dass mit dem Tod auch der Datenschutz erlösche.
Wie dem Bericht zu entnehmen ist, habe sich die neue Herangehensweise nach einem Fall im Jahr 2016 etabliert, bei dem bei einem Amoklauf in Ohio vom FBI versucht worden war, das Apple-Gerät des Täters zu entsperren. Die Ermittler hätten zunächst viel Zeit damit zugebracht, den legalen Prozess für den Zugang zu dem Gerät zu durchlaufen. Als man dann schließlich versucht hätte, das Gerät mit dem Finger des Toten zu entsperren, habe dies aber schon einen Passcode gefordert - eine Schutzmaßnahme, die nach 48 Stunden ohne Entsperrung aktiv wird. Nach diesem ersten dokumentierten Fehlversuch hat sich die Vorgehensweise zur direkten Entsperrung am Tatort laut dem Bericht aber eben offenbar etabliert.
Fingerabdrücke von Toten führen die Ermittler auf die richtige Spur
Um die relativ aufwendige und kostenintensive Entschlüsselung von iPhones zu umgehen, greifen Ermittler in den USA laut einem Bericht von Forbes mittlerweile häufig auf eine neue Methode zurück, die auch ethische Fragen aufwirft. Wie das US-Magazin aus Ermittlerkreisen erfahren haben will, ist es mittlerweile normale Praxis "die Fingerabdrücke von Verstorbenen auf den Scanner des iPhone zu legen", um so schnell Zugang zu den Geräten zu erhalten. Wie eine Quelle ausführt, sei die Technik beispielsweise bei Fällen von Drogen-Überdosierung zum Einsatz gekommen, da das Smartphone des Opfers meist Informationen enthalte, die direkt zu dem Dealer führen.Wie dem Bericht zu entnehmen ist, habe sich die neue Herangehensweise nach einem Fall im Jahr 2016 etabliert, bei dem bei einem Amoklauf in Ohio vom FBI versucht worden war, das Apple-Gerät des Täters zu entsperren. Die Ermittler hätten zunächst viel Zeit damit zugebracht, den legalen Prozess für den Zugang zu dem Gerät zu durchlaufen. Als man dann schließlich versucht hätte, das Gerät mit dem Finger des Toten zu entsperren, habe dies aber schon einen Passcode gefordert - eine Schutzmaßnahme, die nach 48 Stunden ohne Entsperrung aktiv wird. Nach diesem ersten dokumentierten Fehlversuch hat sich die Vorgehensweise zur direkten Entsperrung am Tatort laut dem Bericht aber eben offenbar etabliert.
Tote haben kein Recht auf Datenschutz
Juristisch sehen sich die Ermittler voll im Recht. Nach deren Argumentation hätten Personen nach ihrem Tod keine "privaten Interessen" mehr an ihrem toten Körper. Daraus würde folgen, dass sie ihr Recht auf Privatsphäre auch nicht mehr vor einem Gericht vertreten könnten. Angehörige und andere Kontakte hätten ebenfalls wenig Chancen, die Vorgehensweise der Ermittler zu stoppen, so die Analyse einer Rechtsexpertin gegenüber Forbes. "Sobald du eine Information mit jemand teilst, verlierst du die Kontrolle darüber, wie diese Information geschützt oder genutzt wird", so die Argumentation.
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