Biohacker manipulieren genetischen Code, um DNA-Sequenzer zu kapern

Für Genetiker ist die Arbeit mit sogenannten Sequenzern inzwischen Alltag, die DNA-Analyse-Geräte sind allerdings hochempfindlich. Die Forscher bemühen sich auch enorm, möglicherweise gefährlichen genetischen Code nicht zu verbreiten. Biohackern ist es nun aber gelungen, DNS so zu manipulieren, dass Infektionsgefahr nicht für Lebewesen, sondern Computer besteht. Eine Gruppe von Wissenschaftlern der University of Washington hat gestern auf der Usenix Security Conference einen Hack vorgestellt, der nach Science-Fiction klingt, aber real ist. "Real" ist in diesem Fall aber weniger als tatsächlich existierende Bedrohung zu sehen, da der beschriebene Angriff eher eine Machbarkeitsstudie (Proof of Concept) darstellt.

Dennoch kann man die Art des Hacks als einigermaßen abenteuerlich, ja verrückt bezeichnen: Denn das Team hat gezeigt, dass es möglich ist, Schadcode in DNA-Strängen zu "verstecken" und zwar in Form von Binärcode. Der Gen-Sequenzer, der eine derart manipulierte DNA analysiert, liest dabei letztlich ein Programm aus bzw. ein, das in der Lage ist, den Computer des Sequenzers zu übernehmen.

Etwas "geschummelt"

Die Forscher geben natürlich zu, dass das derzeit alles andere als eine reale Bedrohung darstellt. Sie schreiben in ihrem Forschungspapier (PDF, via BoingBoing), dass die Attacke nur eine Erfolgsquote von 37 Prozent hat und man auch eine bewusst geschwächte Version der Sequenzer-Software verwendet hat.

Dennoch sollte man den Angriff nicht auf die leichte Schulter nehmen, meinen die Forscher. Denn DNA-Sequenzierung wird mit der Zeit immer alltäglicher und leistungsstärker werden, und damit steigt auch die Gefahr, dass es zu Missbrauch kommt. Vor allem werden derartige Analysen rapide günstiger: Im Fall des Herstellers Illumina sind die Kosten der DNA-Sequenzierung des menschlichen Genoms von rund 100.000 Dollar 2009 auf gerade einmal 1000 Dollar im Jahr 2014 gesunken.
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