Genetik-Firma 23andMe: Massives Datenleck führte in die Insolvenz

Der DNA-Test-Anbieter 23andMe hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, das noch vor zwei Jahren mit sechs Milliarden Dollar bewertet wurde, ist nach einem schweren Datenleck und Umsatzeinbrüchen nur noch 50 Millionen Dollar wert.
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Vom Milliarden-Unternehmen zum Sanierungsfall

Das Biotech-Unternehmen 23andMe, bekannt für seine DNA-Tests zur Ahnenforschung, hat am Sonntag Insolvenz angemeldet. Die Firma, die noch vor zwei Jahren an der Börse mit sechs Milliarden Dollar (etwa 5,5 Milliarden Euro) bewertet wurde, ist heute gerade einmal 50 Millionen Dollar wert. Mitgründerin und CEO Anne Wojcicki gab parallel dazu ihren sofortigen Rücktritt bekannt.

Ein folgenschwerer Hackerangriff im Jahr 2023 markierte den Anfang vom Ende des einstigen Vorzeigeunternehmens. Dabei wurden persönliche Daten von fast sieben Millionen Kunden kompromittiert - etwa die Hälfte aller Nutzer. Die Angreifer zielten gezielt auf jüdische und chinesische Kunden ab. Zwar waren keine DNA-Profile betroffen, allerdings waren die entwendeten Daten mit Stammbäumen, Geburtsjahren und geografischen Daten dennoch umfangreich.

Nach Angaben von Reuters kämpft 23andMe seither mit massiven Umsatzeinbrüchen. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres verzeichnete das Unternehmen einen Umsatzrückgang von sieben Prozent und Verluste von 174 Millionen Dollar (etwa 160 Millionen Euro). Im November 2024 entließ die Firma 200 Mitarbeiter - 40 Prozent der Belegschaft.


Wojcicki plant Übernahme

Die scheidende CEO Wojcicki, die 49 Prozent der Stimmrechte hält, will nun selbst als Käuferin einsteigen. Ihr letztes Übernahmeangebot von 41 Cent pro Aktie - was einer Bewertung von elf Millionen Dollar (etwa zehn Millionen Euro) entspricht - wurde vom Vorstand abgelehnt. Für die Übergangszeit übernimmt Finanzchef Joe Selsavage die Geschäftsführung.

23andMe versichert, den Geschäftsbetrieb während des Verkaufsprozesses aufrechtzuerhalten. Das Unternehmen erhielt eine Überbrückungsfinanzierung von 35 Millionen Dollar (etwa 32 Millionen Euro). Dennoch mahnt Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta die Nutzer, ihre "Daten löschen und alle genetischen Proben, die sich im Besitz des Unternehmens befinden, vernichten zu lassen."

Das Geschäft mit genetischen Daten ist seit jeher umstritten, auch im Fall von 23andMe. Wer seine DNA an das Unternehmen übermittelt hat, gab damit auch indirekt Informationen über Verwandte preis - ohne deren Einwilligung. Experten sehen genetische Daten als besonders schützenswert an, da sie nicht nur einzelne Personen betreffen, sondern ganze Familien.

Was denkt ihr über die Zukunft von DNA-Tests und den Schutz genetischer Daten? Teilt eure Erfahrungen und Meinungen in den Kommentaren mit uns.

Zusammenfassung
  • DNA-Test-Anbieter 23andMe meldet Insolvenz an und ist nur noch 50 Mio
  • Hackerangriff 2023 kompromittierte Daten von fast 7 Millionen Kunden
  • Massive Umsatzeinbrüche und Verluste von 174 Millionen Dollar in 9 Monaten
  • CEO Anne Wojcicki tritt zurück und will selbst als Käuferin einsteigen
  • Überbrückungsfinanzierung von 35 Millionen Dollar für Geschäftsbetrieb
  • Generalstaatsanwalt mahnt Nutzer, ihre Daten löschen zu lassen
  • Genetische Daten gelten als besonders schützenswert für ganze Familien

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