Skelett des Räubers Schinderhannes nach 220 Jahren identifiziert
Ein internationales Forscherteam hat an der Universität Heidelberg eine überraschende Entdeckung gemacht: Das dort seit über 220 Jahren aufbewahrte Skelett des "Schwarzen Jonas" wurde als das des berüchtigten Räubers Schinderhannes identifiziert.
Die Wissenschaftler nutzten verschiedene aktuelle Analysemethoden, um die wahre Identität der Skelette zu klären. Mittels Isotopenanalyse bestimmten sie die geografische Herkunft der Verstorbenen. Die Untersuchungen zeigten, dass einer der Toten seine Kindheit im Hunsrück verbracht hatte - was zur Biografie des Schinderhannes, bürgerlich Johannes Bückler, passt.
Schwarzer Jonas ...
... und Schinderhannes
Das zweite Skelett gibt den Forschern weiterhin Rätsel auf. Es handelt sich nämlich nicht um die Überreste des Schwarzen Jonas (die bisher für Schinderhannes gehalten worden sind). Dessen Skelett ging vermutlich im 19. Jahrhundert verloren - möglicherweise wurde es entwendet oder ausgeliehen und nie zurückgebracht.
Das originale Skelett des Schinderhannes wurde allerdings aus konservatorischen Gründen aus der Ausstellung entfernt. Besucher können in der anatomischen Sammlung der Universität Heidelberg nun eine detailgetreue Nachbildung besichtigen.
Siehe auch:
Historischer Fund in Heidelberg
In der anatomischen Sammlung der Universität Heidelberg ist seit über zwei Jahrhunderten das Skelett des berüchtigten Räubers Schwarzer Jonas ausgestellt, doch in Wirklichkeit sind das die Überreste eines noch berüchtigteren Verbrechers, nämlich jene des legendären Schinderhannes. Die Experten eines internationalen Forscherteams konnten nachweisen, dass die Skelette Anfang des 19. Jahrhunderts falsch zugeordnet wurden.Die Wissenschaftler nutzten verschiedene aktuelle Analysemethoden, um die wahre Identität der Skelette zu klären. Mittels Isotopenanalyse bestimmten sie die geografische Herkunft der Verstorbenen. Die Untersuchungen zeigten, dass einer der Toten seine Kindheit im Hunsrück verbracht hatte - was zur Biografie des Schinderhannes, bürgerlich Johannes Bückler, passt.
Schwarzer Jonas ...
... und Schinderhannes
Genetische Beweise liefern Gewissheit
Eine auf Forensic Science International: Genetics veröffentlichte Studie (via Popular Science) bestätigt die Identität durch einen DNA-Abgleich mit einem noch lebenden Nachfahren des Schinderhannes in fünfter Generation. Die Untersuchung der mitochondrialen DNA, die nur über die mütterliche Linie vererbt wird, bestätigte die Verwandtschaft. Die Forscher analysierten zusätzlich 5000 genetische Marker aus den Zellkernen der Knochen.Neue Details zur äußeren Erscheinung
Die genetischen Analysen lieferten auch Erkenntnisse zum Aussehen des Räubers: Schinderhannes hatte braune Augen, dunkles Haar und eine helle Hautfarbe. Diese Ergebnisse klären widersprüchliche historische Beschreibungen seiner äußeren Erscheinung.Der Weg der Skelette
Die Geschichte begann 1803, als Schinderhannes und der "Schwarze Jonas" zusammen mit 18 weiteren Verurteilten in Mainz hingerichtet wurden. Der erste Heidelberger Anatomie-Professor Jacob Fidelis Ackermann brachte diese beiden Skelette zwei Jahre später an die Universität. Unter seinem Nachfolger Friedrich Tiedemann kam es jedoch zur Verwechslung der Sammlungsnummern.Das zweite Skelett gibt den Forschern weiterhin Rätsel auf. Es handelt sich nämlich nicht um die Überreste des Schwarzen Jonas (die bisher für Schinderhannes gehalten worden sind). Dessen Skelett ging vermutlich im 19. Jahrhundert verloren - möglicherweise wurde es entwendet oder ausgeliehen und nie zurückgebracht.
Das originale Skelett des Schinderhannes wurde allerdings aus konservatorischen Gründen aus der Ausstellung entfernt. Besucher können in der anatomischen Sammlung der Universität Heidelberg nun eine detailgetreue Nachbildung besichtigen.
Zusammenfassung
- Skelett des 'Schwarzen Jonas' als Schinderhannes identifiziert
- Internationale Forscher nutzten moderne Analysemethoden zur Identifikation
- DNA-Abgleich mit lebenden Nachfahren bestätigte die Identität
- Genetische Analysen lieferten Erkenntnisse zum Aussehen des Räubers
- Verwechslung der Sammlungsnummern führte zur falschen Zuordnung
- Skelett des 'Schwarzen Jonas' ging vermutlich im 19. Jahrhundert verloren
- Nachbildung des Schinderhannes-Skeletts in Heidelberger Sammlung ausgestellt
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