Gegen Festsetzung: ARD will ab 2021 einen höheren Rundfunkbeitrag

Der Rundfunkbeitrag ist seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten einer der ganz großen Aufreger. Denn so mancher sieht im Zwang für etwas zu bezahlen was er kaum bis gar nicht nutzt, eine Ungerechtigkeit. Die Diskussion wird in Zeiten von Netflix und Co. sicherlich auch nicht kleiner. Da wird sicherlich vielen nicht schmecken, dass sich die ARD gegen eine Festschreibung des Beitrags auf 17,50 Euro stemmt.
Ard, Zdf, Logos, Fernsehsender
ARD ZDF

Wohin die 17,50 Euro Rundfunkbeitrag fließen
Öffentlich-rechtliches Fernsehen kostet Geld. Das ist eine Tatsache. Und es kostet immer mehr Geld, meint man jedenfalls bei ARD, ZDF und anderen Einrichtungen, die vom Rundfunkbeitrag leben. Doch für immer mehr vor allem jüngere Menschen spielen traditionelle TV-Sender eine untergeordnete Rolle, wenn überhaupt. Stattdessen nutzen sie Plattformen wie YouTube und Dienste wie Netflix. Entsprechend ist "Rundfunkbeitrag" für viele ein Reizwort, wenn dann auch noch "Erhöhung" dazukommt, dann sind emotionale Reaktionen die Folge.

"Nicht realistisch"

Und die wird es sicherlich wieder geben: Denn laut einem Bericht der Berliner Morgenpost (via Caschy) wehrt sich die ARD in einem internen medienpolitischen Papier gegen eine Festsetzung des Beitrags auf 17,50 Euro. Der Senderverbund meint, dass ein derartiger Schritt "nicht realistisch" sei. Das stehe auch "im Widerspruch zur verfassungsrechtlichen Bestands- und Entwicklungsgarantie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks".

Die Diskussion rund um eine Festschreibung ist von den Ländern angestoßen worden und hat die Strukturoptimierung der Sender zum Ziel. Doch die ARD hält das für verfehlt und verweist auf ein vorgeschlagenes Indexmodell, bei dem sich der Beitrag am Bruttoinlandsprodukt orientiert. Das würde eine Erhöhung auf 18,28 Euro in 2021 bedeuten, vier Jahre später wären es dann 19,59 Euro.

Als Argument für das Mehr an benötigtem Geld wird angeführt, dass man sich zu einem öffentlich-rechtlichen Content-Netzwerk weiterentwickeln möchte oder müsse. Dies sei zeitgemäß und werde von den Nutzern erwartet. Wie es die ARD formuliert will man "ein den Bedürfnissen und Erwartungen der Nutzer entsprechendes mediengattungsübergreifendes Angebot auf unterschiedlichen Ausspielwegen schaffen".
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