Obama beklagt Verbreitung von Wahlkampf-Lügen auf Facebook

Spätestens mit dem Ergebnis dieser US-Präsidentschaftswahl sollte vielen klar werden, dass man solche Wahlkampagnen schlicht nicht durch Fakten, sondern über Gefühle gewinnt. Die Rolle, die soziale Medien wie Facebook dabei spielen, stellte der noch amtierende Präsident Barack Obama gerade noch einmal kritisch heraus.
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ABC News
Auf einem der letzten öffentlichen Auftritte vor der Wahl betonte er die Rolle, die diverse Verschwörungstheorien spielen, die sich unter anderem auf Facebook ungehindert verbreiten. "Wenn die Leute ihre Angriffe in ausreichender Menge wiederholen, wieder und wieder Lügen verbreiten, diese lange auf Facebook stehen und gelesen werden und sich in sozialen Medien immer weiter verbreiten, dann beginnen die Menschen daran zu glauben", so Obama. "Das erschafft eine Staubwolke des Unsinns."

Es gibt inzwischen diverse Analysen, wonach sich insbesondere die republikanische Seite in diesem Präsidentschaftswahlkampf wenig an Tatsachen orientierte. So zeigte sich beispielsweise, dass 38 Prozent der Postings, die von den drei größten rechtsgerichteten Facebook-Pages kamen, schlicht falsche oder irreführende Informationen verbreiteten. Auf der linken Seite waren es mit 20 Prozent wesentlich weniger. Bekannt wurde auch ein anderer Fall, in dem Jugendliche aus Mazedonien Fake-Meldungen zu Gunsten Donald Trumps veröffentlichten, die sich auf Facebook schnell verbreiteten.

Fact-Checking vs. schlechte Gefühle

Gegenkandidatin Hillary Clinton unterhielt in ihrem Kampagnenstab sogar ein eigenes "Fact-Checking-Team", das nur damit betraut war, die Äußerungen der Gegenseite auf ihren Wahrheitsgehalt abzuklopfen und Gegenpositionen zu veröffentlichen, die auf nachprüfbaren Daten beruhten. Dafür gab es aus intellektuellen Kreisen viel Lob.

Heute kann man aber konstatieren, dass dies letztlich nichts genutzt hat. "2016. Intellektuelle finden raus, daß sie zahlenmäßig nicht die Mehrheit stellen", kommentierte dies ein Twitter-Nutzer. Betrachtet man die Feldforschungen zu den Wahlkampagnen im Detail, zeigt sich, dass Fakten insbesondere für breite Wählerschichten Trumps im Grunde eine völlig untergeordnete Rolle spielten.

Trump wurde zum Gewinner der Wahl, weil er Tatsachen schlicht nicht als zentrales Element in der Debatte nutzte - sondern vor allem Gefühle vermittelte. So gewann er jene für seine Seite, die sich zunehmend übergangen fühlen - auch wenn sie es faktisch überhaupt nicht sind. Zu seinen Gegnern vermittelten viele Äußerungen des Wahlsiegers hingegen einfach nur schlechte Stimmungen und Ängste. Solchen Emotionen lässt sich mit Fakten bekanntlich schlecht beikommen - das dürfte jedem klar sein, der beispielsweise ein mulmiges Gefühl dabei hatte, nachts über einen Friedhof zu laufen.

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