Sega Saturn: Kopierschutz nach fast 22 Jahren erstmals geknackt

Über zwanzig Jahre nach der Veröffentlichung der Konsole SEGA Saturn ist es jetzt erstmals gelungen, deren Kopierschutz zu umgehen. Nach drei Jahren gelang es einem Ingenieur das disc-basierte DRM-System der 32-Bit-Konsole zu knacken und so Daten einlesen zu können.
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sega-saturn.net

Lange standhaft

SEGA Saturn war im Erscheinungsjahr 1994 eine Konsole, die mit Komponenten wie zwei CPUs, zwei Custom-GPUs, CD-Laufwerk und 28,8-k-Modem ihrer Zeit einen guten Schritt voraus war. Trotzdem musste sich die Konsole vor allem kommerziell sehr bald der Playstation 1 geschlagen geben und wurde so zum Sammlerstück für echte Enthusiasten.

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Diese hatten aber bisher mit einem Problem zu kämpfen: Auch wenn die meiste Hardware heute noch häufig ordnungsgemäß ihren Dienst tut, ist das optische Laufwerk gut 22 Jahre nach dem Start oft nicht mehr zu gebrauchen. Da das von SEGA entwickelte disc-basierte DRM-System bis jetzt aber nicht geknackt wurde und Ersatzteile fehlen, war die Konsole bei einem Ausfall unbrauchbar. Jetzt wurde der Kopierschutz aber überwunden.

Jahrelange Arbeit

Wie der australische Ingenieur James Laird-Wah - auch als Dr. Abrasive bekannt - in einem ausführlichen YouTube-Video beschreibt, habe er bereits 2013 damit begonnen, das SEGA Saturn-System genauer zu untersuchen - damals mit dem eigentlichen Zweck, auf die fortschrittlichen Multi-Channel-Soundchips (Motorola 68EC000 und Yamaha FH1) der Konsole Zugriff zu nehmen. Bei der Suche nach einem Weg, den Kopierschutz der Konsole zu überwinden, ohne einen "Modchip" installieren zu müssen, wurde er aber nicht fündig.

Deshalb begann James Laird-Wah dann damit, den Aufbau des hochkomplexen Controllers des CD-Laufwerks genauer zu untersuchen, der sich aus einer komplett separaten CPU mit eigenem Betriebssystem zusammensetzt. Der zweite Teil des DRM-Systems besteht aus in den Rand von Saturn CDs eingelaserten Markierungen, ohne die die Wiedergabe von Discs verweigert wird. Laird-Wahs Ergebnis nach langem Reverse-Engineering: das Hardware-DRM der CDs über den Controller auszutricksen, ist nicht möglich.

Für seinen Hack nutzt der Ingenieur vielmehr einen Port für Zusatzmodule, die das Abspielen von Video-CDs ermöglichten. Der Hardware-Hacker entwickelte eine entsprechende Steckkarte, die es ermöglicht, Software auf dem Saturn auszuführen. "Mit etwas Arbeit, einem schnellen ARM-Microcontroller und einer programmierbaren Schaltung (...) wurde ein Adapter gebaut, um Daten über diesen Port zur Saturn zu bringen", so James Laird-Wah laut dem Bericht von Hackaday. Damit kann nach mehr als 20 Jahren das CD-Laufwerk-DRM der vorletzten Sega-Konsole tatsächlich überwunden werden.
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