Opel-Affäre: Alles nur "isolierte Erkenntnisse eines Hackers"
Der Abgasskandal, der mit Volkswagen in den USA begann, ist hierzulande nun bei der General Motors-Tochter Opel angekommen. Das ist vor allem deshalb brisant, weil die aktuellen Erkenntnisse im Widerspruch zu bisherigen Aussagen des Unternehmens und des Bundesverkehrsministeriums stehen.
Ein gemeinsames Recherche-Team der WDR-Sendung Monitor und des Nachrichtenmagazins Der Spiegel hatte die Widersprüche gestern aufgedeckt. Es geht darum, dass es in der Abgasreinigung eine Abschaltvorrichtung gebe, nach deren Aktivierung die Schadstoffwerte über den Grenzwerten liegen. Grundlage dessen sind unter anderem Untersuchungen des Entwicklers Felix Domke.
"Wie bei VW gibt es auch bei Opel technische Vorkehrungen, die dafür sorgen, dass die Abgasreinigung nicht so funktioniert, wie die EU-Verordnung das vorsieht. In beiden Fällen handelt es sich um eine nicht zugelassene Abschaltvorrichtung", kommentierte Martin Führ, Experte für Umweltrecht an der Hochschule Darmstadt, die Untersuchungsergebnisse. Der Verein Deutsche Umwelthilfe forderte daraufhin einen Verkaufs- und Zulassungsstopp für die Diesel-Modelle Opel Zafira und Astra.
Die Einlassung zu der immer wieder diskutierten Software zur Erkennung von Abgastests kann dabei als so genanntes "überspezifisches Dementi" gewertet werden - denn ein solches scheint es ja tatsächlich nicht zu geben und Opel kann hier keine Lüge vorgeworfen werden. Vielmehr arbeitet aber wohl das gesamte System so, dass eben unter bestimmten Voraussetzungen - die manchmal sogar eher die Regel sind - die Reinigungs-Optionen wegfallen.
Domke beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit dem Thema und hatte auch schon in der VW-Affäre darauf hingewiesen, dass es im Grunde gar nicht darum geht, ob die Fahrzeuge gezielt eine Testumgebung erkennen. Auf dem Chaos Communication Congress im vergangenen Dezember hatte er die Erkenntnisse seiner Nachforschungen im Detail präsentiert. Interessierten Lesern sei daher der gesamte Vortrag für das Wochenende empfohlen:
"Wie bei VW gibt es auch bei Opel technische Vorkehrungen, die dafür sorgen, dass die Abgasreinigung nicht so funktioniert, wie die EU-Verordnung das vorsieht. In beiden Fällen handelt es sich um eine nicht zugelassene Abschaltvorrichtung", kommentierte Martin Führ, Experte für Umweltrecht an der Hochschule Darmstadt, die Untersuchungsergebnisse. Der Verein Deutsche Umwelthilfe forderte daraufhin einen Verkaufs- und Zulassungsstopp für die Diesel-Modelle Opel Zafira und Astra.
"Wir mogeln nicht"
Opel wies die Anschuldigungen allerdings zurück. "Opel bekräftigt an dieser Stelle nochmals, dass wir keine Software einsetzen, die feststellt, ob ein Auto einem Abgastest unterzogen wird", hieß es. In einer kurzen gesonderten Mitteilung schob man auch noch einen einzelnen Satz in Richtung Domke nach: "Die isolierten Erkenntnisse eines Hackers spiegeln nicht die komplexen Zusammenhänge eines modernen Abgasreinigungssystems wider."Die Einlassung zu der immer wieder diskutierten Software zur Erkennung von Abgastests kann dabei als so genanntes "überspezifisches Dementi" gewertet werden - denn ein solches scheint es ja tatsächlich nicht zu geben und Opel kann hier keine Lüge vorgeworfen werden. Vielmehr arbeitet aber wohl das gesamte System so, dass eben unter bestimmten Voraussetzungen - die manchmal sogar eher die Regel sind - die Reinigungs-Optionen wegfallen.
Domke beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit dem Thema und hatte auch schon in der VW-Affäre darauf hingewiesen, dass es im Grunde gar nicht darum geht, ob die Fahrzeuge gezielt eine Testumgebung erkennen. Auf dem Chaos Communication Congress im vergangenen Dezember hatte er die Erkenntnisse seiner Nachforschungen im Detail präsentiert. Interessierten Lesern sei daher der gesamte Vortrag für das Wochenende empfohlen:
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Christian Kahle
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