Automatischer Dr. House: System erkennt alle Viren im Handumdrehen
Ein neues Analysesystem kann Ärzten binnen kurzer Zeit genau sagen, mit welchem Virus ein Patient infiziert ist. Dessen Entwickler sprechen davon, dass ihre Test-Plattform um den Faktor 10.000 Mal besser arbeitet, als die aktuell gebräuchlichen Diagnose-Verfahren.
Bisher gab es schlicht kein Verfahren, das ein breites Screening nach Viren ermöglicht hätte. Anhand der Symptome mussten Mediziner schon einen bestimmten Verdacht entwickeln und konnten dann daran gehen, die Infektion auch tatsächlich nachzuweisen - was die Grundlage für eine erfolgreiche Therapie darstellt. Der Gold-Standard ist dafür bisher Polymerase-Kettenreaktion (PCR), bei der auch kleine Viren-Mengen ausreichen. Durch eine Vervielfältigung der Erbsubstanzen können diese dann nachgewiesen werden.
Deutlich bequemer und besser soll nun ein System funktionieren, das den etwas sperrigen Namen "Virome-Capture-Sequencing Platform for Vertebrate Viruses" (VirCapSeq-VERT) trägt. Dieses weist nicht einen speziellen Erreger nach, sondern kann Ärzten nach der Analyse einer Probe genau sagen, welche von quasi allen derzeit bekannten Viren zu finden waren. Entwickelt wurde es an der Columbia University.
Die Fähigkeiten von VirCapSeq gehen aber noch deutlich weiter. Es kann den Medizinern nämlich nicht nur mitteilen, welches bekannte Virus in der Probe entdeckt wurde. Auch relativ weitläufige Mutationen, die in den bisherigen Testverfahren zu einer Nichterkennung führen konnten, beeindrucken das System nicht besonders - im Gegenteil: Es liefert auch gleich eine komplette Gensequenz des gefundenen Virus. Wie die Forscher mitteilten, funktioniere das zwar nicht, wenn man es mit einem völlig neuen Erreger zu tun habe, wohl aber mit mutierten Viren, selbst wenn diese sich schon ein gutes Stück vom Original entfernt haben.
VirCapSeq kann so nicht nur in einem Arbeitsgang praktisch alle bekannten Viren nachweisen und mit verschiedenen Arten von Proben wie Blutstropfen, Sekreten oder Speichel arbeiten. Das System kann in seiner derzeitigen Form auch bis zu 21 Proben parallel verarbeiten. Im idealen Fall werden so auch noch die Kosten für die Stellung einer richtigen Diagnose signifikant reduziert.
Deutlich bequemer und besser soll nun ein System funktionieren, das den etwas sperrigen Namen "Virome-Capture-Sequencing Platform for Vertebrate Viruses" (VirCapSeq-VERT) trägt. Dieses weist nicht einen speziellen Erreger nach, sondern kann Ärzten nach der Analyse einer Probe genau sagen, welche von quasi allen derzeit bekannten Viren zu finden waren. Entwickelt wurde es an der Columbia University.
Die Fähigkeiten von VirCapSeq gehen aber noch deutlich weiter. Es kann den Medizinern nämlich nicht nur mitteilen, welches bekannte Virus in der Probe entdeckt wurde. Auch relativ weitläufige Mutationen, die in den bisherigen Testverfahren zu einer Nichterkennung führen konnten, beeindrucken das System nicht besonders - im Gegenteil: Es liefert auch gleich eine komplette Gensequenz des gefundenen Virus. Wie die Forscher mitteilten, funktioniere das zwar nicht, wenn man es mit einem völlig neuen Erreger zu tun habe, wohl aber mit mutierten Viren, selbst wenn diese sich schon ein gutes Stück vom Original entfernt haben.
Falsche Fährte war egal
Wie das Magazin The Atlantic berichtet, habe VirCapSeq seine Fähigkeiten bereits ganz praktisch unter Beweis stellen können. Man hatte die Blutprobe eines Patienten bekommen, der nach einer Knochenmarkt-Transplantation an einer etwas mysteriösen Erkrankung litt. Für gewöhnlich hätte man nun Vermutungen aufgestellt und versucht, den Erreger entweder zu bestimmen oder gar einen neuen Virus nachzuweisen. Das neue System lieferte aber wesentlich schneller, dass man es zwar mit einem bekannten Virus zu tun hatte - an den aber niemand dachte: Das in den Tropen vorkommende Dengue-Fieber. Erst im Nachhinein konnte ein früherer Aufenthalt in Vietnam als Ursache für die Infektion herausgefunden werden und die Fähigkeiten des neuen Systems sparten viel wertvolle Zeit ein.VirCapSeq kann so nicht nur in einem Arbeitsgang praktisch alle bekannten Viren nachweisen und mit verschiedenen Arten von Proben wie Blutstropfen, Sekreten oder Speichel arbeiten. Das System kann in seiner derzeitigen Form auch bis zu 21 Proben parallel verarbeiten. Im idealen Fall werden so auch noch die Kosten für die Stellung einer richtigen Diagnose signifikant reduziert.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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