Xiaomi: MicroSD-Karten haben in Top-Smartphones nichts zu suchen

Der fehlende Slot für Speicherkarten war für viele Android-Fans lange ein wichtiges Argument gegen Apples iPhones und entsprechend hoch schlugen die Wellen, als auch Samsung die Erweiterungsmöglichkeit beim neuen Galaxy S6 weg ließ. Zukünftig wird es wohl noch viel häufiger vorkommen, dass gerade bei den Flaggschiff-Modellen keine SD-Karte eingeschoben werden kann.
MicroSD, Sandisk, MicroSDXC, 200 GB
SanDisk
Und dafür gibt es gute Gründe, wie Hugo Barra, Chef des internationalen Geschäfts des chinesischen Herstellers Xiaomi gegenüber dem US-Magazin Engadget verlauten ließ. Auch bei dessen aktuellem Spitzenmodell Mi 4i wird auf den MicroSD-Slot verzichtet. Diese Entscheidung fiel aber keineswegs, weil man nicht wusste, wohin mit dem Modul. "Bei hochperformanten Geräten sind wir grundsätzlich gegen einen SD-Card-Slot", so Barra.

Denn als Anbieter des Smartphones müsse man letztlich auch die Risiken kalkulieren, die mit jeder Entscheidung zum Einbauen oder Weglassen eines bestimmten Features entstehen. Verzichtet man auf die Möglichkeit zur Speichererweiterung wird man letztlich eine kleine Zahl enttäuschter Nutzer erhalten, die um jeden Preis viel Kapazität haben wollen. Dafür setzt man sich aber nicht der Gefahr aus, noch viel mehr Kunden mit einem wenig erfreulichen Nutzungserlebnis zu konfrontieren.

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Die Speicherkarten belasten den Akku zusätzlich und sind aufgrund ihrer Größe nicht besonders gut zu handhaben. MicroSD-Karten seien außerdem "unglaublich anfällig für Ausfälle und Störungen aller möglicher Art", erklärte Barra. Hinzu komme, dass es im Handel haufenweise gefälschte Produkte gibt. "Du denkst, du kaufst eine Kingston oder eine SanDisk, das ist aber nicht der Fall", führte der Manager aus.

Das Ergebnis dessen sei, dass dann viele Nutzer mit geringer Performance konfrontiert sind oder die Karten ohne erkennbaren Grund plötzlich die Arbeit einstellen, was zu abstürzenden Anwendungen und Datenverlusten führen kann. Das Ergebnis seien in jedem Fall frustrierte Nutzer, die dann das Telefon und dessen Hersteller für die Probleme verantwortlich machen. Da ist es letztlich das geringere Risiko, den MicroSD-Slot komplett wegzulassen.

Die Ablehnung von Erweiterungs-Slots ist dabei keineswegs der Tatsache geschuldet, dass Barra gerade ein entsprechendes Spitzengerät zu vermarkten hat. Die Haltung zieht sich schon länger durch seine Laufbahn. Als ehemaliger Manager in Googles Android-Sparte trug dies auch seinen Anteil dazu bei, dass auch die Nexus-Geräte nicht mit einem MicroSD-Slot daherkommen.
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