Musikindustrie online so stark wie offline - außer in Deutschland

Die Musikindustrie kann bei der Umstellung ihres Geschäfts auf das Internet-Zeitalter einen Meilenstein vermelden: Erstmals lagen die Umsätze im vergangenen Jahr auf dem Weltmarkt im digitalen Vertrieb der Inhalte auf dem gleichen Niveau wie im Geschäft mit physischen Tonträgern.
Infografik: Musik-StreamingMusik-Streaming
Wie der Branchenverband International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) mitteilte, kletterten die Einnahmen aus dem Internet-Geschäft 2014 im Jahresvergleich um 6,9 Prozent auf nunmehr 6,85 Milliarden Dollar. Sie erreichten damit einen Anteil von 46 Prozent am Gesamtumsatz der Branche. Der gleiche Wert wurde auch für den Verkauf von Musik auf klassischen physischen Trägermedien verzeichnet.

Das Digitalgeschäft wurde dabei weiterhin besonders stark vom Musikstreaming vorangetrieben. Während die Nutzer weltweit 8 Prozent weniger Geld in kostenpflichtige Downloads investierten, konnten die Einnahmen der verschiedenen Streaming-Dienste um 39 Prozent zulegen. Diese kommen zusammen nun auf 1,6 Milliarden Dollar, was inzwischen einem Anteil von 23 Prozent am gesamten Internet-Geschäft ausmacht. Die Zahl der Nutzer, die über ein bezahltes Streaming-Abo verfügten, kletterte gegenüber dem Vorjahr um 46,4 Prozent und liegt nun bei 41 Millionen. Dies zeigt auch, dass hier noch einiges an Luft nach oben besteht.

Die Entwicklung in den einzelnen Ländern hin zum Online-Geschäft fällt aber höchst unterschiedlich aus. Deutschland beispielsweise hinkt hier noch deutlich hinterher. Hierzulande wird noch immer rund 70 Prozent des Umsatzes mit physischen Tonträgern erwirtschaftet. In Japan sind es sogar 78 Prozent.

Insgesamt konnte die Musikindustrie sich weiter stabilisieren. Im vergangenen Jahr ging der gesamte Umsatz nur noch leicht um 0,4 Prozent auf 14,97 Milliarden Dollar zurück. Im Jahr zuvor wurde noch ein Rückgang um 3,9 Prozent verzeichnet. Bemerkenswert ist der anhaltende Aufschwung der klassischen Vinyl-Platten - auch wenn diese im Gesamtbild eine Nische bleiben. Der Umsatz mit den Pressungen legte um 54,7 Prozent zu und macht am Gesamtmarkt einen Anteil von 2 Prozent aus.
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