uTorrent-Update installierte ohne Rückfrage einen Bitcoin-Miner

uTorrent ist noch immer eine der beliebtesten Anwendungen für das Filesharing über BitTorrent - und legte es nun darauf an, es sich kräftig mit seinen Nutzern zu verscherzen. Ohne weitere Rückfragen installierte die Software einen Bitcoin-Miner auf deren Rechnern und holte sich ungenutzte Prozessor-Leistung ab.
uTorrent 3.1.3uTorrent
Betroffen ist die aktuellste uTorrent-Version 3.4.2 build 28913 (32-bit). Beim Update auf diese installierte sich auch eine Software von EpicScale, mit der versucht wird, Einheiten der virtuellen Währung Bitcoin zu erzeugen. Nutzer des Torrent-Clients bemerkten den Miner erst dadurch, dass ihr Rechner bei Nichtbenutzung plötzlich begann, hohe Prozessor-Lasten zu generieren. Informiert wurde nach Aussagen mehrerer Nutzer nicht über die Hintergründe, berichtete Trusted Reviews.

Als im uTorrent-Forum nach und nach Beschwerden aufliefen, meldete sich allerdings ein Verantwortlicher zu Wort und räumte ein, dass EpicScale bewusst in das Update integriert wurde. Er versuchte damit zu beschwichtigen, dass eigentlich keine zusätzliche Software ohne Zustimmung der Nutzer installiert werden sollte. Unklar ist derzeit, ob man dies stillschweigend trotzdem versuchte, oder es sich tatsächlich um einen Fehler handelte.

Der uTorrent-Mitarbeiter empfahl als Lösung, schlicht den EpicScale-Ordner zu löschen. Die Software sollte dann nicht von sich aus versuchen, das Tool erneut zu installieren. Allerdings scheint dies nicht bei allen Anwendern funktioniert zu haben.

Die Erlöse aus den generierten Bitcoins gehen zum Teil an die Entwickler von uTorrent, einen anderen Teil lässt EpicScale wohltätigen Zwecken zukommen. Die Software soll in kommenden Versionen auch um verschiedene Distributed-Computing-Tools erweitert werden, mit denen Anwender Berechnungen in wissenschaftlichen Projekten unterstützen können. Insofern handelt es sich nicht um Malware. Das Problem liegt aber darin, dass den uTorrent-Nutzern schlicht keine Wahl gelassen wurde, ob sie mit ihrer CPU-Zeit und damit letztlich auch über ihre Stromrechnung Ressourcen spenden wollen.
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