American Sniper: Piraterie verhindert Rekord nicht (im Gegenteil?)

Filme, die noch vor der offiziellen Veröffentlichung illegal ins Internet gelangen, sind zum Scheitern an den Kinokassen verurteilt. Das jedenfalls ist die landläufige Meinung unter Branchenexperten und Hollywood-Studios. Der vorab durchgesickerte Streifen American Sniper beweist nun das Gegenteil und hat trotz eines hochwertigen Leaks einen Kassenrekord gebrochen.
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Warner Bros.
Mitte 2014 entwischte der Action-Streifen Expendables 3 ins Netz, eine HD-Version des Films kursierte vor dem Kinostart in einschlägigen Netzwerken und Börsen. Die starbesetzte Sylvester-Stallone-Produktion enttäuschte jedoch schwer und nahm am ersten Wochenende gerade einmal 16 Millionen Dollar ein. Der "Schuldige" war schnell gefunden: die illegalen Vorab-Kopien.

Doch nun zeigt ein anderer Film das genaue Gegenteil: Laut einem Bericht von TorrentFreak (TF) entwischte nämlich auch American Sniper im Vorfeld des Kinostarts, hier war es ebenfalls eine hochaufgelöste Kopie. Diese wurde Millionen-fach heruntergeladen, laut dem Filesharing-Blog wahrscheinlich sogar noch öfter als Expendables 3.

American SniperAmerican SniperAmerican SniperAmerican Sniper

Winter-Rekord

Dennoch schaffte es American Sniper, der unter der Regie von Clint Eastwood entstand und für sechs Oscars nominiert ist, am ersten (regulären) Wochenende mehr als 90 Millionen Dollar einzuspielen. Damit ist es der erfolgreichste Winter-Start (im Zeitraum von Dezember bis Februar) aller Zeiten. Das bedeutet, dass sich das Scharfschützen-Drama mit Bradley Cooper in der Hauptrolle sogar vor Kassenschlagern wie Avatar und Der Hobbit einreihen kann.

TorrentFreak stellt sich auch die Frage nach den Gründen und stellt fest, dass Piraterie sehr wohl einen Negativeffekt haben kann und (möglicherweise) ohne Leak geschätzte fünf Millionen Dollar mehr eingenommen hätte. Andererseits, so TF, spiele Piraterie in Sachen Mundpropaganda auch eine Rolle, sodass eine "Raubkopie" auch den Effekt haben könnte, dass Menschen verstärkt ins Kino gehen.

TorrentFreak-Chef Ernesto stellt deshalb fest, dass ein klares Fazit dazu unmöglich ist. Gleichzeitig meint er aber, dass bei Hollywood-Erfolgen Piraterie praktisch nie erwähnt wird, bei Flops hingegen einen "bequemen Sündenbock" darstelle.
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