China: Regierung will Passwörter von Apple- & Microsoft-Kunden
Stellen der chinesischen Regierung haben offenbar begonnen, auf höchst fragwürdige Weise gegen die Nutzer der Online-Dienste von Apple und Microsoft vorzugehen. Anfragen an Apples Dienst iCloud und Microsofts Hotmail werden derzeit laut Bürgerrechtlern von höchster Stelle auf Phishing-Websites umgeleitet.
Wie die Gruppe Great Fire berichtet, die sich mit den in China angewendeten Methoden der Massenüberwachung und Internetzensur auseinandersetzt, blockt die von der Regierung eingerichtete "Große Firewall", also die allgegenwärtige Maschinerie zur Einschränkung des Zugriffs auf bestimmte Websites, derzeit alle Zugriffe auf iCloud.com. Dabei ist jedoch nicht Schluss, denn die Anfragen werden stattdessen auf einen anderen in China stehenden Server umgeleitet, der eine dem Apple-Portal nachempfundene Website anzeigt.
Wer diese Seite mit dem in China äußerst beliebten Browser der Firma Qihoo360 besucht, wird nicht auf die Umleitung aufmerksam gemacht. Google Chrome und Firefox hingegen zeigen eine Warnung an, um vor der Gefahr durch die getarnte Umleitung auf eine Drittseite zu schützen. Dies lässt dann auch eindeutig erkennen, dass es sich hier um einen Versuch handelt, die Kunden der US-Firmen zur Herausgabe ihrer Zugangsdaten zu bewegen.
Weil die Umleitung auf der Ebene der "Great Firewall" erfolgt, geht Great Fire nun davon aus, dass hier tatsächlich die chinesischen Behörden aktiv sind und auf diesem Weg an Nutzernamen und Passwörter gelangen wollen. Im Fall von Microsoft sind die Anmeldeseiten für die Cloud-Services des Softwarekonzerns betroffen, die auch von China aus über die URL login.live.com erreichbar sind.
Allerdings gelten einige Einschränkungen, denn es wurden wohl nur Anfragen an bestimmte IPs der Dienste abgefangen und umgeleitet - da die Services auf ganze Server-Farmen verteilt sind, funktionieren die betroffenen Adressen beim Zugriff über andere IPs problemlos. Die Aktion selbst ist vor allem deshalb brisant, weil erst vor wenigen Tagen der offizielle Launch des iPhone 6 in China erfolgt ist.
Wer diese Seite mit dem in China äußerst beliebten Browser der Firma Qihoo360 besucht, wird nicht auf die Umleitung aufmerksam gemacht. Google Chrome und Firefox hingegen zeigen eine Warnung an, um vor der Gefahr durch die getarnte Umleitung auf eine Drittseite zu schützen. Dies lässt dann auch eindeutig erkennen, dass es sich hier um einen Versuch handelt, die Kunden der US-Firmen zur Herausgabe ihrer Zugangsdaten zu bewegen.
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