Real Life-Snapchat: Drucker gibt selbstzerstörende Dokumente aus

In einer Zeit, in der verstärkt über den Schutz von Daten diskutiert wird und Messenger wie Snapchat, die übertragenen Nachrichten nach einiger Zeit automatisch wieder vernichten, fehlte eigentlich nur noch ein Drucker, der seine Ausgaben vor dem Zugriff Unbefugter schützt. Doch nun gibt es ihn.
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Diego Trujillo Pisanty
Allerdings muss angemerkt werden, dass es das System nicht auf dem Markt geben wird, denn es handelt sich um ein Kunstprojekt. Der Entwickler des Druckers, Diego Trujillo Pisanty, erklärte, dazu, dass die Diskussionen und Reaktionen auf die Enthüllungen von Edward Snowden und anderer eher an die Zeit des Kalten Krieges als an eine moderne Gesellschaft erinnern würden.

This Tape Will Self DestructThis Tape Will Self DestructThis Tape Will Self DestructThis Tape Will Self Destruct

Um darauf zu reagieren startete er das Projekt "This Tape Will Self Destruct", das eine Verbindung zwischen der aktuellen Situation und den klassischen Spionage-Geschichten aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ziehen soll. Denn selbstzerstörende Ausdrucke auf Papier würde man wohl am ehesten in James Bond-Klassiker einordnen.

In Aktion liefert der Drucker eine Mischung aus Bildern und Texten, die klassischen Spionage-Romanen entnommen wurden, aber auch Auszüge aus den aktuellen Dokumenten, die von Snowden und anderen Whistleblowern aus staatlichen Behörden herausgeholt wurden. Wenn der Ausdruck fertig ist, hat der Betrachter nur wenige Augenblicke Zeit, sich den Inhalt anzusehen. Anschließend beginnt das Dokument sich selbst zu zerstören.


Gedruckt wird dafür auf Thermo-Papier. Bevor das System das Dokument ausspuckt, wird es in einem Bereich noch mit Glycerol und Kalisalz versehen. Sobald diese in Kontakt kommen, beginnt eine Reaktion, die kurz darauf ausreichend Hitze entwickelt, um das Papier zu entzünden.

Mehr als ein Kunstprojekt kann dies natürlich nicht sein. Die eingesetzte Technik wäre wegen der Feuergefahr im Alltag viel zu riskant einzusetzen und der Selbstzerstörungs-Mechanismus könnte ohnehin leicht von einer Digitalkamera ausgehebelt werden. Die Idee war dem staatlichen Kulturförderungs-Fond Mexikos FONCA aber originell genug, um sie im Rahmen des Programms für junge Kreative finanziell zu unterstützen.
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