Das Aus für 'Double Irish':
Irland schafft Steuerschlupflöcher ab
Ein großes Aufreger-Thema innerhalb der EU wird sich in den kommenden Jahren grundlegend ändern: Die irische Regierung will das als Double Irish bekannte Steuersparmodell nach und nach komplett abschaffen.
Erste Auswirkungen wird die jetzt beschlossene Reform schon im kommenden Jahr haben. Ab 2015 werden sich Unternehmen nur noch in Irland registrieren können, die Irland auch als Steuersitz wählen. Das bisherige Modell machte es Firmen wie Google, Apple, Facebook oder Adobe einfach, ihre Gewinne aus der EU nur minimal in Irland zu versteuern und den größten Teil in Steuerparadiese auszulagern.
Der eigentliche Trick dabei sind die Lizenzmodelle, die den Unternehmen erlauben, ihre Gewinne durch die Zahlung von Lizenzen an ihre eigenen Tochterfirmen zu mindern. Die Tochterfirmen - bei Google ist es beispielsweise die Google Ireland Holdings - haben ihren Sitz in einem Steuerparadies wie den Bermudas, womit das Geld ganz offiziell an dem Fiskus vorbeifließt. Google hat so im vergangenen Jahr von 17 Milliarden Euro Umsatz nur 27,7 Millionen Euro Körperschaftsteuer gezahlt.
Siehe auch: EU: Apple könnten Steuer-Nachforderungen in Milliarden-Höhe drohen
Bis 2020 gilt dann eine Übergangsfrist für alle Firmen, die das Steuerschlupfloch Double Irish nutzen. Anschließend heißt es dann auch für Firmen mit Sitz in Irland, dass sie ihre Gewinne dort versteuern müssen. Irland lockt aber weiterhin mit einem für Europa sehr niedrigem Steuersatz von 12,5 Prozent Körperschaftsteuer.
Wie die großen Konzerne auf die Ankündigungen reagierten, ist noch nicht bekannt. Der Kampf gegen die Steuerflucht der Großkonzerne rückt jedoch immer stärker in den Fokus.
Der eigentliche Trick dabei sind die Lizenzmodelle, die den Unternehmen erlauben, ihre Gewinne durch die Zahlung von Lizenzen an ihre eigenen Tochterfirmen zu mindern. Die Tochterfirmen - bei Google ist es beispielsweise die Google Ireland Holdings - haben ihren Sitz in einem Steuerparadies wie den Bermudas, womit das Geld ganz offiziell an dem Fiskus vorbeifließt. Google hat so im vergangenen Jahr von 17 Milliarden Euro Umsatz nur 27,7 Millionen Euro Körperschaftsteuer gezahlt.
Proteste anderer Länder
Irland hatte jahrelang selbst Werbung für das Modell gemacht und so zahlreiche Konzerne angelockt. Für die EU ist das jedoch ein echtes Desaster und auch die USA protestierte aufgrund der entgangenen Steuern. Diese gehen in die Milliarden Euro.Siehe auch: EU: Apple könnten Steuer-Nachforderungen in Milliarden-Höhe drohen
Keine Neuansiedlungen mehr
In dieser Woche hat nun der irische Finanzminister Michael Noonan das Ende des Steuertricks verkündet. Die Regierung stellt sich damit den Forderungen und dem Druck der anderen EU-Mitgliedsstaaten. Irland wird im ersten Schritt keine Neuansiedlungen mehr nach dem alten Steuersparmodell fördern.Bis 2020 gilt dann eine Übergangsfrist für alle Firmen, die das Steuerschlupfloch Double Irish nutzen. Anschließend heißt es dann auch für Firmen mit Sitz in Irland, dass sie ihre Gewinne dort versteuern müssen. Irland lockt aber weiterhin mit einem für Europa sehr niedrigem Steuersatz von 12,5 Prozent Körperschaftsteuer.
Wie die großen Konzerne auf die Ankündigungen reagierten, ist noch nicht bekannt. Der Kampf gegen die Steuerflucht der Großkonzerne rückt jedoch immer stärker in den Fokus.
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Nadine DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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