Internet-Branche: Praktikanten-Mindestlohn bringt Startups um

Die Internet-Branche hätte gern eine eigene Ausnahmeregelung beim Mindestlohn. Praktikanten möchte man auch weiterhin gern nicht ordentlich für ihre Leistungen bezahlen - denn diese würden ihren Job angeblich ohnehin nicht tun, um Geld zu verdienen.
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Laut den Regelungen, die der Bund gesetzlich für den Mindestlohn vorsieht, müssen Unternehmen ihre Praktikanten spätestens nach drei Monaten mit 8,50 Euro pro Stunde bezahlen. Wenn es sich nicht um ein Pflichtpraktikum handelt, das im Rahmen einer anderen Ausbildungsmaßnahme absolviert werden muss, gilt der Mindestlohn sogar ab dem ersten Tag.

Nach Ansicht des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) behindere dies die Ausbildung von qualifizierten Nachwuchskräften für die Branche. Denn die regulären Ausbildungswege seien nur sehr bedingt geeignet, junge Menschen gezielt nach den Bedürfnissen der Internet-Unternehmen auszubilden. Praktika seien hier eine Methode, Qualifikationen zu gewinnen und diese anschließend beruflich und unternehmerisch nutzen zu können.

Entlohnung ist nachrangig

Laut Matthias Ehrlich, Präsident des BVDW, würden Praktikanten in der Internet-Branche keineswegs als billiger Ersatz für Vollzeitangestellte angesehen. Diese seien statt dessen der typische Karriereeinstieg in dem Sektor. "In diesem Umfeld haben Gründer und Praktikanten vor allem die Zukunftschancen im Blick, die Entlohnung ist nachrangig", sagte Ehrlich.

Als Argument gegen eine Bezahlung von Praktikanten dient dabei auch die wirtschaftliche Situation verschiedener Startups. Diese hätten laut dem Verbandschef nicht einmal die Mittel, um jemandem, der die volle Arbeitszeit vor Ort ist, 1.400 Euro monatlich zu zahlen. Der Mindestlohn wäre damit ein zusätzlicher Nachteil gegenüber jungen Firmen aus den USA.

Wenn es Unternehmen aus der Internet-Branche nicht wenigstens für zwölf Monate gestattet werde, Praktikanten nichts oder nur sehr wenig zu bezahlen, würde dies die "endlich beginnende Kultur von Existenzgründüngen treffen, die Schaffung neuer, besonders zukunftsfähiger Arbeitsplätze gefährden und Berufseinstiegsbiografien reihenweise im Keim ersticken", drohte Ehrlich.
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