Apple-Chef greift Anti-Umwelt-Lobby harsch an

Apple-Chef Tim Cook gilt gemeinhin als eher diplomatischer Kopf, der nicht so einfach aus der Fassung zu bringen ist. Dies ändert sich allerdings, wenn man von ihm verlangt, Profit vor Verantwortung zu setzen. So geschehen auf der Jahreshauptversammlung des Unternehmens, die am Freitag stattfand. Dort versuchte das National Center for Public Policy Research (NCPPR) Einfluss auf die Firmenpolitik zu nehmen. Bei der Organisation handelt es sich um einen konservativen Think Tank, der gegen die Einflussnahme der Regierung auf die Wirtschaft kämpft - insbesondere, wenn es um die Durchsetzung höherer Umweltstandards geht.

Der Chefsyndikus des NCPPR, Justin Danhof, brachte ein Papier in die Versammlung der Aktionäre ein, in dem das Apple-Management darauf ausgerichtet werden sollte, zugunsten der Gewinnmaximierung des Konzerns auf Initiativen zu verzichten, den ökologischen Fußabdruck im allgemeinen und der Förderung der Energieerzeugung aus regenerativen Quellen zu verbessern. Insbesondere würde man das Unternehmen gern als namhaften Vertreter im Kampf gegen die Umweltpolitik der Regierung sehen. "Das ist etwas, was Apple aktiv bekämpfen sollte, statt sich auf die Kapitulation vorzubereiten", so Danhof.

Laut einem Bericht des US-Magazins Mashable soll sich Danhof dafür eine ungewöhnlich scharfe Antwort von Cook eingehandelt haben. Der Apple-Chef stellte klar, dass das Unternehmen eine Menge Dinge tue, die nicht ausschließlich dem Ziel dienen, den Profit möglichst weit zu steigern. "Wir wollen die Welt als eine bessere hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben", erklärte er. Und wem dies nicht passe, der solle eben aus seinen Beteiligungen an dem Unternehmen aussteigen.

Cooks klare Ansage dürfte ihren Teil dazu beigetragen haben, dass das Papier des NCPPR von den Aktionären klar zurückgewiesen wurde. Für Cook bedeutet dies auch eine Bestätigung im Kurs der letzten Jahre. Apple war beispielsweise Vorreiter darin, bei der Geräte-Produktion auf die umweltschädlichsten Materialien zu verzichten.

Unter Cook steigerte sich außerdem das Engagement des Unternehmens für erneuerbare Energiequellen, die inzwischen alle Datenzentren und den Großteil der Büros versorgen. Im letzten Jahr wurde im Vorstand außerdem eine extra Stelle für den Bereich Umweltschutz geschaffen und mit Lisa P. Jackson besetzt, die zuvor die US-Umweltschutzbehörde leitete. Zuletzt erhielt Apple außerdem Lob von Greenpeace für die Bemühungen, komplett auf Rohstoffe aus Konfliktgebieten zu verzichten.
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