Es geht ums Ei: Tech-Größen und Agrar-Lobby auf Kriegsfuß
In den USA ist der Kampf ums Ei entbrannt. Auf der einen Seite steht die klassische Lebensmittel-Industrie mit ihren großen Lobby-Verbänden - auf der anderen aber nicht nur kleine Aktivisten, sondern hochrangige Forscher und milliardenschwere Geldgeber aus dem Silicon Valley.
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht das Startup Hampton Creek, das sich der Suche nach neuen pflanzlichen Stoffen verschrieben hat, mit denen sich Hühnereier ersetzen lassen. Denn die klassische Agrarindustrie steht wegen ihrer fragwürdigen Eier-Produktion unter Einsatz von Massentierhaltung und großen Mengen an Medikamenten schon länger in der Kritik.
Das Besondere an Hampton Creek: Die Firma konnte nicht nur fähige Wissenschaftler an Bord holen, sondern wird von verschiedenen Größen der Technologie-Branche unterstützt. So feierte Microsoft-Gründer Bill Gates sie als Beispiel für die "Zukunft der Ernährung" und der bekannte Investor und PayPal-Gründer Peter Thiel gehört zu den Investoren, die in den letzten Jahren zusammen 190 Millionen Dollar in das Unternehmen steckten. Das Forschungsteam leitet der Biochemiker Joshua Klein und Dan Zigmond, der ehemalige Chef der Datenforschung bei Google Maps, ist für die Datenverarbeitung zuständig.
Die Lebensmittelkonzerne sehen das Startup inzwischen als eine der großen Bedrohungen für ihr Geschäft an. Das zeigen im Detail nun interne E-Mails, die der britischen Tageszeitung The Guardian zugespielt wurden. Aus ihnen geht hervor, wie die einflussreiche Agrar-Lobbyorganisation American Egg Board (AEB) jetzt gegen das Startup mobil macht. AEB-Chefin Joanne Ivy beschrieb Hampton Creek darin als "Krise" und "größte Bedrohung für die Zukunft".
Aus dem Schriftverkehr geht unter anderem auch hervor, was die Agrar-Lobby gegen das Startup zu tun gedenkt. Um der Firma und ihren Anhängern quasi auf ihrem eigenen Terrain etwas entgegenzusetzen, zahlt man bekannten Food-Bloggern beispielsweise bis zu 2.500 Dollar für Artikel, in denen die Vorteile von Eiern gepriesen werden. Gezielt sollen die PR-Leute des AEB auch Publikationen wie Buzzfeed ins Visier nehmen, die sich in der Vergangenheit sehr positiv dem Tech-Startup widmeten.
Infografik: Wahrnehmung der Lebensmittel-Branche
Weiterhin stellt die Lobby-Organisation auch Gelder für Anzeigen in Googles Suchergebnissen zur Verfügung, die die Nutzer auf Webseiten mit Pro-Agrarlobby-Argumenten locken sollen, wenn sie beispielsweise nach Hampton Creek suchen. Aus den E-Mails geht weiterhin hervor, dass Versuche, die Verhaltensforscherin Temple Grandin, die 2010 in der Time 100-Liste der einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt geführt wurde, sowie Ree Drummond, Autorin einiger Ernährungs-Bestseller, auf Seiten der Eier-Lobby ins Boot zu holen, scheiterten.
Die nun öffentlich gewordenen E-Mails könnten dem AEB weiteren Ärger einbringen. Denn es gibt Juristen, die der Ansicht sind, dass die Organisation hier gegen Regularien für die Lebensmittel-Industrie verstoßen hat, nach denen Produkte von Konkurrenten nicht herabgewürdigt werden dürfen. Der Verband weist aber alle Vorwürfe rechtswidrigen Verhaltens zurück.
Das Besondere an Hampton Creek: Die Firma konnte nicht nur fähige Wissenschaftler an Bord holen, sondern wird von verschiedenen Größen der Technologie-Branche unterstützt. So feierte Microsoft-Gründer Bill Gates sie als Beispiel für die "Zukunft der Ernährung" und der bekannte Investor und PayPal-Gründer Peter Thiel gehört zu den Investoren, die in den letzten Jahren zusammen 190 Millionen Dollar in das Unternehmen steckten. Das Forschungsteam leitet der Biochemiker Joshua Klein und Dan Zigmond, der ehemalige Chef der Datenforschung bei Google Maps, ist für die Datenverarbeitung zuständig.
Die Lebensmittelkonzerne sehen das Startup inzwischen als eine der großen Bedrohungen für ihr Geschäft an. Das zeigen im Detail nun interne E-Mails, die der britischen Tageszeitung The Guardian zugespielt wurden. Aus ihnen geht hervor, wie die einflussreiche Agrar-Lobbyorganisation American Egg Board (AEB) jetzt gegen das Startup mobil macht. AEB-Chefin Joanne Ivy beschrieb Hampton Creek darin als "Krise" und "größte Bedrohung für die Zukunft".
Aus dem Schriftverkehr geht unter anderem auch hervor, was die Agrar-Lobby gegen das Startup zu tun gedenkt. Um der Firma und ihren Anhängern quasi auf ihrem eigenen Terrain etwas entgegenzusetzen, zahlt man bekannten Food-Bloggern beispielsweise bis zu 2.500 Dollar für Artikel, in denen die Vorteile von Eiern gepriesen werden. Gezielt sollen die PR-Leute des AEB auch Publikationen wie Buzzfeed ins Visier nehmen, die sich in der Vergangenheit sehr positiv dem Tech-Startup widmeten.
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Weiterhin stellt die Lobby-Organisation auch Gelder für Anzeigen in Googles Suchergebnissen zur Verfügung, die die Nutzer auf Webseiten mit Pro-Agrarlobby-Argumenten locken sollen, wenn sie beispielsweise nach Hampton Creek suchen. Aus den E-Mails geht weiterhin hervor, dass Versuche, die Verhaltensforscherin Temple Grandin, die 2010 in der Time 100-Liste der einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt geführt wurde, sowie Ree Drummond, Autorin einiger Ernährungs-Bestseller, auf Seiten der Eier-Lobby ins Boot zu holen, scheiterten.
Die nun öffentlich gewordenen E-Mails könnten dem AEB weiteren Ärger einbringen. Denn es gibt Juristen, die der Ansicht sind, dass die Organisation hier gegen Regularien für die Lebensmittel-Industrie verstoßen hat, nach denen Produkte von Konkurrenten nicht herabgewürdigt werden dürfen. Der Verband weist aber alle Vorwürfe rechtswidrigen Verhaltens zurück.
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