Google-Jets flogen jahrelang mit Regierungs-Kerosin

Hochrangige Manager des Suchmaschinenkonzerns Google sollen jahrelang mit Kerosin durch die Welt geflogen worden sein, der von der US-Regierung für Zwecke im Interesse des Staates subventioniert wurde.
Google, Flugzeug, Privatjet
Andy Rusch (CC BY 2.0)
Über einen Zeitraum von sechs Jahren sollen die Privatjets mit dem verbilligten Kraftstoff betankt worden sein. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Generalinspektors der Luft- und Raumfahrtbehöre NASA hervor. Ursprünglich wurde den Google-Managern die Erlaubnis erteilt, das Kerosin einzukaufen, wenn sie im Zusammenhang mit Geschäften mit der öffentlichen Hand unterwegs waren. Diese erwarben den Treibstoff fortan aber auch für andere Flüge, berichtete das Wall Street Journal.

Der Rechnungsprüfer ordnete den Vorfall in seinem Bericht allerdings als Missverständnis ein. Ein vorsätzlicher Missbrauch habe eher nicht vorgelegen. Auch habe die US-Regierung dadurch im Grunde keine signifikanten finanziellen Einbußen hinnehmen müssen. Allerdings konnte die Firma H211, die die Jets von Google betreut, dadurch natürlich besonders preiswert arbeiten, was gegenüber anderen Unternehmen zu einer unfairen Situation führte.

In dem Zeitraum habe das Unternehmen dadurch nach Schätzungen zwischen 3,3 Millionen und 5,3 Millionen Dollar weniger ausgegeben, als wenn das Kerosin auf dem freien Markt gekauft worden wäre. Die NASA wurde aufgefordert, den noch immer fortbestehenden Zustand schnellstmöglich abzustellen. Bei H211 prüft man derzeit nach Angaben des Unternehmens den Sachverhalt.

Das Abkommen zwischen Google und der US-Regierung geht zurück auf die Stationierung der H211-Flotte auf dem von der NASA betriebenen Moffett Federal Airfield. Dies ist ein idealer Standort für den Suchmaschinenkonzern, da sich der Flugplatz nicht weit vom Firmensitz im kalifornischen Mountain View befindet. Insgesamt handelt es sich bei der Flotte um sieben Jets und zwei Hubschrauber.

Im Zuge eines Austausch-Programms, bei der die Flugzeuge des Unternehmens, wenn sie nicht benötigt wurden, auch der NASA für Forschungsflüge zur Verfügung standen, war es H211 erlaubt worden, unter bestimmten Bedingungen auch das Kerosin der NASA zu tanken, das von allen zusätzlichen Steuern befreit ist. Bei der Betreiberfirma war man hingegen der Auffassung, dass die Genehmigung grundsätzlich gilt. Da es laut dem Bericht zu einer Kommunikationspanne zwischen dem Verteidigungsministerium, das den Deal abgeschlossen hatte, und der NASA kam, fiel dies bisher nicht auf.
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