Windows: Pro- & Core-Version nicht mehr synchron?

Microsoft erwägt offenbar, die Versionen von Windows für Privat- und Business-Kunden künftig nicht mehr unbedingt zeitgleich zu veröffentlichen. Hintergrund ist der Wunsch, die Release-Abfolge im Markt für private Anwender zu beschleunigen.
Windows 8.1, Microsoft Build, build 2013, Windows 8.1 Preview
Während der Credit Suisse Technology Conference erklärte Terry Myerson, der bei Microsoft als Executive Vice President die neu entstandene Unternehmenssparte für Betriebssysteme leitet, nach Angaben von Mary Jo Foley, dass es nicht die bestmögliche Strategie sei, die normalen und die Professional-Varianten von Windows stets zum exakt gleichen Zeitpunkt zu aktualisieren.

Myerson zufolge unterscheiden sich die Bedürfnisse der privaten Anwender, von denen von Unternehmenskunden. So würden es die Verbraucher meist bevorzugen, ihr Betriebssystem selbst häufiger zu aktualisieren, während professionelle Anwender häufig eine kontrollierte Upgrade-Strategie mit weniger häufigen Aktualisierungen verfolgen.

Microsoft hatte seit den Zeiten von Windows 2000 stets dafür gesorgt, dass die normalen und die Pro-Versionen seines Betriebssystems gleichzeitig auf den Markt kamen. Weil das Unternehmen aber künftig nicht mehr alle zwei bis drei Jahre neue "Major"-Releases veröffentlichen, sondern lieber häufiger große Updates vornehmen will, könnte man die Strategie bald ändern, so Foley.

Noch habe es aber keinen Fall gegeben, in dem ein Microsoft-Manager öffentlicht angekündigt hat, dass Windows künftig jährlich ein großes Update erfahren soll, auch wenn sogar Firmenchef Steve Ballmer "schnellere Releases" angekündigt hat. Dafür spricht auch, dass Windows 8.1 bereits innerhalb eines Jahres nach Windows 8 veröffentlicht wurde. Außerdem ist nach Angaben der Microsoft-Spezialistin für Anfang 2014 das sogenannte Windows 8.1 Update 1 geplant, mit dem die Programmierschnittstellen von Windows und Windows Phone sich einander stark annähern sollen.

Der nächste Schritt ist laut Foley die Veröffentlichung einer neuen Welle von Updates für alle Windows-Varianten mit dem Codenamen "Threshold" (deutsch etwa Schwelle bzw. Grenzbereich), die im Frühjahr 2015 folgen soll. Angesichts einer deart verkürzten Abfolge größerer Updates gilt es als unwahrscheinlich, dass Firmenkunden mit einer solchen schnellen Aktualisierung mithalten können. Sie bevorzugen traditionell langfristig erprobte Releases, die wie schon bisher über mehrere Betriebssystem-Generationen hinweg eingesetzt werden.

Foley wies außerdem darauf hin, dass das für die Entwicklung von Windows Server zuständige Team nicht Teil der neuen Betriebssystem-Sparte von Microsoft ist. Stattdessen sind diese Entwickler der Abteilung für Cloud- und Enterprise-Lösungen zugeordnet. Allein dadurch sei fraglich, ob Windows Server weiterhin im gleichen Takt in einer neuen Version erscheinen wird wie die Windows-Version für den Gebrauch auf Client-Systemen.
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