Das FBI sucht nach dem Bitcoin-Schatz von Silkroad

Die US-Bundespolizei FBI hat nach der Schließung des Drogen-Online-Shops Silkroad ein Problem, das Vermögen des festgenommenen Betreibers ausfindig zu machen. Denn dieses existiert derzeit nur in Form von Bitcoins.
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Bitcoin
Für gewöhnlich werden in einem solchen Fall die Konten der beschuldigten Person gesucht und eingefroren. Später werden die Gewinne aus kriminellen Machenschaften dann beschlagnahmt. Dies funktioniert im aktuellen Fall aber nicht, da die virtuelle Währung Bitcoin nicht über eine zentrale Bank verfügt, sondern dezentral organisiert ist. Statt dessen wäre es nötig, direkt auf das lokal gespeicherte Bitcoin-Wallet zuzugreifen.

So ist es den Ermittlern bisher lediglich gelungen, rund 26.000 Bitcoins sicherzustellen, berichtete das US-Magazin TechDirt. Diese gehörten aber gar nicht dem Betreiber der Plattform an sich, sondern waren auf einem separaten Konto geparkt, und sollten nach Lieferung der Ware abzüglich der Provision an den jeweiligen Dealer transferiert werden. Schätzungen der Ermittler ergaben, dass der Betreiber mit Silkroad insgesamt rund 80 Millionen Dollar Gewinn gemacht hat, was derzeit etwas 600.000 Bitcoins entspräche, die bisher nicht aufzufinden waren.

Man geht davon aus, dass der Betrag in verschlüsselten Speicherbereichen vorgehalten wird. An diese kommt man aber nicht heran. Denn ein Beschuldigter hat bekanntlich das Recht zu Schweigen, um sich nicht selbst belasten zu müssen. Dies umfasst auch die Möglichkeit, niemandem das Passwort zu verschlüsselten Daten nennen zu müssen. Wollen die Behörden in diese Einblick nehmen, müssen sie schon selbst versuchen, den Zugang zu knacken.

Um an das Geld zu kommen, wäre es theoretisch möglich, dem Täter die Summe letztlich als Geldstrafe zu verpassen. Da es sich aber lediglich um eine Schätzung aufgrund nicht unbedingt nachvollziehbarer Fakten handelt, wäre es fraglich, ob ein Gericht hier mitgeht.

Und die Sache stellt das FBI noch vor weitere Probleme: Selbst wenn es gelingen sollte, an das Bitcoin-Wallet heranzukommen, wäre unklar, was man mit dem beschlagnahmten Schatz machen soll. Die virtuelle Währung ist nicht offiziell als solche anerkannt, wodurch es nicht möglich wäre, den Betrag direkt in einen öffentlichen Haushalt zu überführen. Blieben die beiden Varianten, nach denen sonst mit beschlagnahmten Gütern umgegangen wird: Sie werden entweder vernichtet oder versteigert. Beides würde wohl wiederum zu starken Erschütterungen des Bitcoin-Kurses führen. Darüber werden sich die Behörden aber wohl erst ernsthaft Gedanken machen, wenn sie Zugang zu dem Geld erhalten haben.
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