Nokia will zukünftig Autos durch die Welt lenken
Der finnische Konzern Nokia will sich erst einmal neu sortieren, bevor nach einem neuen Chef gesucht wird. Ganz oben in der Strategie für die Zukunft sollen dabei Navigationssysteme stehen.
Wie Nokias Interimschef Risto Siilasmaa gegenüber der Wochenzeitung Zeit ausführte, sei eine neue Strategie erst einmal wichtiger als ein neuer Vorstandsvorsitzender - der zudem nicht zwingend ein Finne sein müsse. "Wir suchen bereits nach einem Vorstandsvorsitzenden und sind offen für interne wie externe Kandidaten. Dabei geht es um Kompetenz, die Nationalität ist zweitrangig", sagte Siilasmaa.
Bis vor einer Woche wurde Nokia noch von Stephen Elop geführt. Der Kanadier war der erste Nicht-Finne an der Firmenspitze. Mit dem Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft verabschiedete sich auch dieser vom übriggebliebenen Teil des Unternehmens. Insgesamt sei Nokia nun mit dem Verkauf der Sparte sehr zufrieden. "Finanziell stehen wir nun sehr viel besser da", sagte Siilasmaa. "Unsere verbliebenen Geschäftsbereiche sind ausnahmslos profitabel, wir haben wieder Geld für Investitionen. Unser Kreditrating sollte sich nun wieder deutlich verbessern."
Eines der Kernthemen, die den Konzern in der Zukunft beschäftigen werden, soll die Vernetzung von Fahrzeugen sein. "Wir haben im letzten Monat 23 Milliarden anonymisierter Datensätze aus Fahrzeugen analysiert", erklärte Siilasmaa, "und die Datenmenge wächst monatlich um zehn Prozent."
Nokia will damit fest eingebaute Navigationssysteme füttern, die permanent mit Verkehrsinformationen in Echtzeit versorgt werden. Diese können so Staus erkennen und zugleich Fahrzeugdaten wie Tankfüllung oder Batteriestand überwachen, eigenständig nach Tankstellen oder freien Parkplätzen suchen und Routenvorschläge entsprechend anpassen.
Fest eingebaute Navigationssysteme seien mobilen Geräten und Smartphones weit überlegen, wenn es um die Bewältigung riesiger Datenmengen gehe, ergänzte Michael Halbherr, der im Konzernvorstand von Nokia für die "Here" genannten Kartendienste zuständig ist. "In fünf bis sechs Jahren werden in den Industrieländern alle Neuwagen ein fest eingebautes Navigationssystem haben", glaubt er. Spätestens selbstfahrende Autos bräuchten mehr als ein Mobiltelefon auf der Ablage, um ohne Schaden durch den Verkehr zu kommen, sagte Halbherr: "Oder glauben Sie ernsthaft, dass Samsung und Apple die Verantwortung für ein fahrendes Auto übernehmen wollen?"
Der Name Nokia wird aber womöglich nicht in den Autos auftauchen. "Nokia wird als Marke weiterleben", sagte Siilasmaa, "aber in der Automobilindustrie entscheiden die Hersteller, welcher Markenname in ihren Fahrzeugen zu sehen sein wird." Die Konkurrenz durch den Internetkonzern Google, der ebenfalls an vernetzten Autos arbeitet, sieht Siilasmaa hingegen gelassen. "Mit Fahrzeugdaten umzugehen ist sehr sensibel. Dabei geht es nicht um Coolness", sagte er.
Bis vor einer Woche wurde Nokia noch von Stephen Elop geführt. Der Kanadier war der erste Nicht-Finne an der Firmenspitze. Mit dem Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft verabschiedete sich auch dieser vom übriggebliebenen Teil des Unternehmens. Insgesamt sei Nokia nun mit dem Verkauf der Sparte sehr zufrieden. "Finanziell stehen wir nun sehr viel besser da", sagte Siilasmaa. "Unsere verbliebenen Geschäftsbereiche sind ausnahmslos profitabel, wir haben wieder Geld für Investitionen. Unser Kreditrating sollte sich nun wieder deutlich verbessern."
Eines der Kernthemen, die den Konzern in der Zukunft beschäftigen werden, soll die Vernetzung von Fahrzeugen sein. "Wir haben im letzten Monat 23 Milliarden anonymisierter Datensätze aus Fahrzeugen analysiert", erklärte Siilasmaa, "und die Datenmenge wächst monatlich um zehn Prozent."
Nokia will damit fest eingebaute Navigationssysteme füttern, die permanent mit Verkehrsinformationen in Echtzeit versorgt werden. Diese können so Staus erkennen und zugleich Fahrzeugdaten wie Tankfüllung oder Batteriestand überwachen, eigenständig nach Tankstellen oder freien Parkplätzen suchen und Routenvorschläge entsprechend anpassen.
Fest eingebaute Navigationssysteme seien mobilen Geräten und Smartphones weit überlegen, wenn es um die Bewältigung riesiger Datenmengen gehe, ergänzte Michael Halbherr, der im Konzernvorstand von Nokia für die "Here" genannten Kartendienste zuständig ist. "In fünf bis sechs Jahren werden in den Industrieländern alle Neuwagen ein fest eingebautes Navigationssystem haben", glaubt er. Spätestens selbstfahrende Autos bräuchten mehr als ein Mobiltelefon auf der Ablage, um ohne Schaden durch den Verkehr zu kommen, sagte Halbherr: "Oder glauben Sie ernsthaft, dass Samsung und Apple die Verantwortung für ein fahrendes Auto übernehmen wollen?"
Der Name Nokia wird aber womöglich nicht in den Autos auftauchen. "Nokia wird als Marke weiterleben", sagte Siilasmaa, "aber in der Automobilindustrie entscheiden die Hersteller, welcher Markenname in ihren Fahrzeugen zu sehen sein wird." Die Konkurrenz durch den Internetkonzern Google, der ebenfalls an vernetzten Autos arbeitet, sieht Siilasmaa hingegen gelassen. "Mit Fahrzeugdaten umzugehen ist sehr sensibel. Dabei geht es nicht um Coolness", sagte er.
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