Südkorea: Militär nutzte Microsoft-Software illegal

Das Militär Südkoreas hat über Jahre hinweg auf hunderttausenden PCs Software von Microsoft illegal eingesetzt und sich trotz der offenbar eindeutigen Lizenzverstöße geweigert, nachträglich dafür zu zahlen. Jetzt haben sich Microsoft und das südkoreanische Verteidigungsministerium dennoch gütlich geeinigt. Wie die Korea Times meldet, verlangte Microsoft ursprünglich die Nachzahlung von Lizenzgebühren in Höhe von rund 200 Milliarden Won, was umgerechnet gut 132 Millionen Euro entspricht. Zuvor hatte das Unternehmen dem Verteidigungsministerium vorgeworfen, dass auf mehr als 210.000 PCs des Militärs illegale Microsoft-Software im Einsatz war. Im letzten Jahr hatten die Redmonder deshalb eine offizielle Beschwerde eingereicht.

Microsoft verlangte daraufhin die Herausgabe von Informationen darüber, wie viele PCs das Militär Südkoreas insgesamt nutzte und welche Software darauf im Einsatz war. Gleichzeitig forderte man auch andere Regierungsbehörden des Landes auf, entsprechende Daten bereitzustellen, um die Legalität der verwendeten Software prüfen zu können, unter anderem weil bereits Volumenlizenzverträge abgeschlossen, aber wohl mehr Rechner mit der Software ausgerüstet wurden als vereinbart.

In der Folge weigerte sich das Militär, die von Microsoft verlangten Lizenzgebühren zu zahlen, weil die geforderten Summen angeblich "nicht fair und sinnvoll" erschienen. Inzwischen hat man sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums darauf geeinigt, die Streitigkeiten beizulegen und "nicht mehr über die Vergangenheit zu reden".

Stattdessen wolle man sich nun darauf konzentrieren, die gegenseitigen Beziehungen künftig zu stärken. Microsoft begrüßte die Einigung mit dem südkoreanischen Verteidigungsministerium und kündigte an, dass man nun lieber über eine positive Zusammenarbeit in der Zukunft sprechen wolle. Wahrscheinlich bedeutet dies, dass das Militär neue Verträge mit dem Softwarekonzern abschließt und künftig genauer auf deren Einhaltung achtet.
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