Google-User können jetzt 'digitalen Nachlass' regeln

Der Internetkonzern Google hat einen neuen Service vorgestellt, mit dem die Nutzer seiner diversen Dienste selbst festlegen können, dass ihre Konten und Daten im Falle einer längeren Inaktivität ohne ihr Zutun gesperrt beziehungs­weise gelöscht werden. Der sogenannte Google Inactive Account Manager (IAM, z. dt. Kontoinaktivitäts-Manager) soll nach Angaben von Andreas Tuerk, der bei Google als Produkt-Manager für den neuen Service mitverantwortlich ist, vor allem im Fall des Todes eines Nutzers hilfreich sein und sozusagen die Nachlassregelung für die bei Google gespeicherten Daten übernehmen.

Der Inactive Account Manager erlaubt es den Anwendern, selbst zu entscheiden, was mit ihren Daten geschieht, wenn sie sterben oder die Google-Services einfach nicht mehr nutzen. Der IAM steht über die Einstellungsseiten für Google-Konten zur Verfügung und steuert die automatische Löschung oder Sperrung von Konten für die meisten Google-Dienste, darunter Gmail, Google+, Blogger, Google Drive, Pages, Picasa, YouTube und Google Voice.

Der Anwender kann festlegen, dass alle Daten nach drei, sechs, neun oder 12 Monaten Inaktivität automatisch gelöscht werden. Auf Wunsch können die Daten auch an bis zu zehn ausgewählte Kontakte "übergeben" werden, wobei eine zuvor vom Nutzer selbst verfasste Benachrichtigungs-Mail zum Einsatz kommen kann. Nach der Information der Kontakte lässt sich das Google-Konto auf Wunsch auch ganz löschen.

Damit es nicht zur versehentlichen Löschung von Google-Konten und -Daten kommt, informiert man die Nutzer vor Ablauf der jeweils festgelegten Fristen zunächst mittels SMS und einer E-Mail an eine zweite Adresse. Nach Angaben von Google steht der Inactive Account Manager nur für normale Konten zur Verfügung, nicht aber für die meist von Firmen verwalteten Google Apps Accounts.

Bisher mussten Angehörige zunächst ihre Verwandschaft nachweisen und gesonderte Anträge an Google stellen, wenn sie Zugriff auf das Nutzerkonto eines Verstorbenen erhalten wollten. Mit dem IAM macht der Internet-Riese es seinen Nutzern leichter, mit ihrem "digitalen Nachlass" umzugehen und sicherzustellen, dass der Umgang mit den Daten nach ihrem Ableben nach ihren Wünschen erfolgt.
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