Verwerter-Lobby sieht die Bevölkerung hinter sich

Die Medienindustrie hat erneut die Einführung eines Verwarnmodells gefordert, dass sich an Nutzer richten soll, die illegal bereitgestellte Inhalte herunterladen. Dies unterfütterte man mit einer Studie, die angeblich die hohe Akzeptanz eines solchen Modells und von Sanktionen gegen Nutzer in der Bevölkerung belegt.
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Dreiviertel der Deutschen bewertet demnach die Verhängung eines Bußgelds gegen Personen als adäquat, die urheberrechtlich geschützte Medieninhalte ohne Erlaubnis im Internet anbieten. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (53 Prozent) befürwortet auch ein Bußgeld gegen diejenigen, die Medieninhalte illegal herunterladen, teilte der Bundesverband Musikindustrie mit.

Eine präventive Wirkung attestieren die Verbraucher laut der Umfrage auch einem Warnhinweismodell: 57 Prozent der Deutschen glauben, dass Up- oder Downloader ihre urheberrechtsverletzenden Aktivitäten nach Erhalt eines Warnhinweises vom Provider einstellen würden. So die zentralen Ergebnisse einer Studie, die heute vom Bundesverband Musikindustrie, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) vorgestellt wurde.

In dieser kommt man außerdem zu dem Schluss, dass eine Weiterentwicklung der legalen Angebote im Grunde kaum notwendig sei. Denn die Nutzer bewerten das jeweilige legale Online-Angebot von Musik (81 Prozent), E-Books (72 Prozent) und filmischen Inhalten (69 Prozent) als ausreichend.

Im Widerspruch dazu steht allerdings die Klage des GVU-Geschäftsführers Matthias Leonardy, dass die Bereitschaft, legale Angebote zu nutzen, "noch unterentwickelt ist". Er wirft den Nutzern vor, eine Kostenlos-Mentalität zu leben und es nicht ernst zu nehmen, wenn sie der Kreativwirtschaft Schäden zufügen.

"Groß angelegte, an die breite Masse gerichtete Aufklärungskampagnen lösen das Problem der illegalen Downloads nicht. Wer Medieninhalte aus dem Netz herunterlädt, weiß in der Regel, was legal oder illegal ist", führte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels aus. Daraus zieht er den Schluss, dass die Repressionsmöglichkeiten gegen die Nutzer ausgeweitet werden müssten.
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